Zukunftswald

Wie der Wald dem Klimawandel trotzen kann

Das Bild zeigt abgestorbene Fichten
Abgestorbene Fichten

Die Folgen des Klimawandels zeigen sich vielerorts in den Rheinland-Pfälzischen Wäldern. Seit 2018 sind die Kalamitätsflächen im Land um rund 45.000 ha gewachsen. Besonders betroffen sind die fichtenreichen Regionen in Westerwald, östlicher Eifel, westlichem Hunsrück und Taunus. Doch auch andere Baumarten leiden zusehends unter Dürrephasen und Schädlingen. Gefährliches Totholz, dichte Brombeeren und andere Vegetation erschweren oft die Arbeit auf den Flächen und das natürliche Anwachsen junger Bäumchen. Es ist Aufgabe der Forstleute, die Wiederbewaldung der entwaldeten Flächen sicherzustellen und den bestehenden Wald auf den fortschreitenden Klimawandel vorzubereiten. Erfahren Sie hier, was wir tun:

Baumarten

In 85 % der rheinland-pfälzischen Wälder kommen mindestens zwei Baumarten nebeneinander vor. Je größer die Vielfalt an Arten, desto kleiner das Risiko, dass Waldbäume großflächig sterben, wenn etwa auf bestimmte Arten spezialisierte Schädlinge auftreten.

Das Ziel der zukünftigen Baumartenzusammensetzung kann man sich wie eine Pyramide vorstellen. Die breite Basis bilden heimische Laubbaumarten, vor allem Buche und Eiche. Ergänzt werden sie von selteneren heimischen Arten wie Elsbeere, Ahorn, Eibe und Weißtanne. Innerhalb der heimischen Arten suchen Försterinnen und Förster nach besonders trockenresistenten Herkünften. Bewährte, schon vor Jahrhunderten eingeführte Baumarten wie Douglasie, Esskastanie und Walnuss sind ebenfalls ein Teil der Mischung. Die schmale Spitze der Pyramide bilden vereinzelt ergänzende Baumarten vor allem aus dem Mittelmeerraum. Sie werden unter wissenschaftlicher Beobachtung gepflanzt.

Das Prinzip Naturverjüngung

Abgebildet: Neue Waldgeneration an Eichensämlingen unter dem Schirm alter Bäume.
Eichenkeimlinge im Waldbestand

Seit über 30 Jahren setzt man in Rheinland-Pfalz auf naturnahe Waldbewirtschaftung. Försterinnen und Förster lassen den Wald sich überwiegend selbst verjüngen. Alle Baumarten, auch kurzlebige Pionier-Baumarten wie Birken oder Weiden, sind willkommen. Inzwischen stammen 96,7 % der Jungbäume aus natürlicher Ansamung. Bäume, die sich ohne menschliches Zutun durchsetzen und einer standortsgeeigneten Baumart angehören, sind ziemlich sicher an die hiesigen Standortsbedingungen angepasst. 

Wenn gepflanzt werden muss...

Weniger als 5 % der jüngsten Baumgeneration in den rheinland-pfälzischen Wäldern wurde gepflanzt oder gesät. Das wird nötig, wo keine Bäume von selbst nachwachsen oder die Baumartenvielfalt nicht stimmt. Nicht nur entstandene Kahlflächen werden bei Bedarf bepflanzt, sondern auch alte Wälder unterpflanzt, wenn unter dem Kronendach nicht genügend Baumarten sich natürlich verjüngen. Diese sogenannte Vorausverjüngung findet vor allem in den baumartenreinen Nadelwäldern statt, die langfristig geringe Verjüngungschancen haben.