Biodiversität
Biodiversität - Was ist das? Biodiversität ist gleichbedeutend mit “biologischer Vielfalt”, welche aus drei Bereichen besteht, und zwar:
- Der genetischen Vielfalt, also der Vielfalt im Erbgut innerhalb einer Art,
- der Artenvielfalt, das ist die Vielfalt von Arten innerhalb eines Lebensraums,
- sowie der Lebensraumvielfalt, das ist die Vielfalt unterschiedlich gestalteter Lebensräume.
Auf vielfältige Weise, aber stets vom Menschen verursacht, ist die Biodiversität nach fortschreitenden Verlusten weltweit bedroht. Um dieser Entwicklung wirksam entgegenzutreten, fand im Jahre 1992 die Weltkonferenz in Rio de Janeiro (Brasilien) statt. Zum dort beschlossenen Übereinkommen zur Biologischen Vielfalt hat die Bundesrepublik Deutschland 1993 ihren Beitritt auf eine gesetzliche Grundlage gestellt.
© Landesforsten.RLP.de / Jonathan Fieber

© Landesforsten.RLP.de / Jonathan Fieber

© Landesforsten.RLP.de / Hansen / Lamour

Biodiversität im Forst
Für den Landschaftsteil Wald ist die Biodiversität von besonderer Bedeutung, weil der Wald - auch in der Kulturlandschaft - die Lebensgemeinschaft darstellt, welche der Natur am nächsten kommt.
Landesforsten ist sich dieser Verantwortung bewusst und kommt dieser Aufgabe nach durch:
- den Schutz der Biodiversität im Rahmen von nachhaltiger Bewirtschaftung
- den Schutz der Biodiversität durch forstliche Umweltbildung
- den Schutz der Biodiversität durch forstliche Forschung
- den Schutz der Biodiversität durch Aus- und Fortbildung, Beratung und Betreuung nichtstaatlicher Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer
Ziele und Grundsätze zum Erhalt der Biodiversität im Wald; Fachbeitrag Landesforsten Rheinland-Pfalz
Schutz der Biodiversität durch nachhaltige Bewirtschaftung
Die naturnahe Waldbewirtschaftung, die im Staatswald verbindlich und von vielen Körperschafts- und Privatwaldbesitzern in Rheinland-Pfalz freiwillig betrieben wird, trägt bereits seit Jahren zum Erhalt oder gar der Erhöhung der Biodiversität in unseren Wäldern bei.
So wird etwa durch die Bevorzugung der Naturverjüngung, der Schaffung von baumartenreichen Mischwäldern und dem Schutz seltener oder besonderer heimischer Pflanzen dazu beigetragen, dass die genetische Vielfalt gesichert bleibt.
Durch die Integration der Umweltvorsorgeplanung in die mittelfristige Forstbetriebsplanung werden Biodiversitätsaspekte bereits im Planungsprozess berücksichtigt.
Auch die gezielte Umsetzung von Artenschutzprogrammen und Biotoppflegemaßnahmen im Wald, an Gewässern und im Übergangsbereich zum Offenland durch Landesforsten ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der biologischen Vielfalt.
Totholz: Das BAT-Konzept
© Landesforsten.RLP.de / Jonathan Fieber

Viele Waldarten sind neben lebenden Altbäumen auf abgestorbene noch stehende oder liegende Bäume oder Äste (Totholz) angewiesen. Der Vorrat von Totholz auf der Waldfläche hat sich seit dem Jahr 2012 über alle Baumarten hinweg deutlich von 23,1 Kubikmeter/ ha auf 37 Kubikmeter/ha erhöht. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf das großflächige Absterben der Baumart Fichte infolge der Klimakrise und der dadurch verursachten Borkenkäfer-Kalamität seit dem Jahr 2018 zurückzuführen. Aber auch bei den Laubbäumen – mit Ausnahme der Baumart Eiche – hat sich der Totholzvorrat sowohl des stehenden als auch des liegenden Totholzes seit dem Jahr 2012 fast verdoppelt. Die Zunahme von Totholz führt zu einer ökologischen Aufwertung unserer Wälder, insbesondere für auf Totholz spezialisierte Arten.
Besonders wichtig für die Artenvielfalt sind lebende und abgestorbene Bäume und Teile davon, die eine Biotop-Funktion in besonderer Weise erfüllen. Sie sollen von menschlicher Nutzung ausgenommen werden, im Wald verbleiben und der natürlichen Entwicklung von Altern, Absterben und Zerfallen überlassen werden. Die Übergänge sind fließend und der Dreiklang "Biotopbaum-Altbaum-Totholz" beschreibt diesen Prozess. Mit dem Konzept zum Umgang mit Biotopbäumen, Altbäumen und Totholz bei Landesforsten Rheinland-Pfalz
(BAT-Konzept) wird sichergestellt, dass in unseren Wälder die Voraussetzungen für das Überleben einer artenreichen naturraumtypischen Flora und Fauna erhalten bleiben. Da herabfallendes Totholz die Ursache vieler Unfälle in der Waldarbeit ist, werden mit dem Konzept Wege aufgezeigt, wie die im Wald tätigen Menschen den nachwachsenden Rohstoff Holz unter sicheren Arbeitsbedingungen nachhaltig ernten können.
Insekten: Das Konzept "Insektenvielfalt im Wald"
© Landesforsten.RLP.de / Jonathan Fieber

Insekten – die artenreichste Klasse der Tiere unseres Planeten – sind zugleich als Bestäuber, Zersetzer, Transporteure und als Kernelemente von Nahrungsketten unverzichtbare Bestandteile des Ökosystems Wald. Unsere Wertschätzung kann nicht hoch genug sein. Nur Bruchteile der Funktionen der einzelnen Arten im Wirkungsgefüge sind erforscht, ein deutschlandweites Monitoring beginnt erst. Dennoch wollen wir bei Landesforsten bereits jetzt handeln. Der Erhalt der Biodiversität ist eine zentrale Menschheitsaufgabe unserer Zeit, die keinen Aufschub duldet.
Arten schützen und bestimmen
Wenn Sie beim Artenschutz mithelfen möchten, hilft es zunächst, Arten auch sicher bestimmen zu können. Im Folgenden finden Sie bewährte Hilfen zur Bestimmung sowie Meldeaufrufe für verschiedene Arten.
Die App “Artenfinder” ist ein Rheinland-Pfalz-weites Tool zur Meldung aller Tier- Pflanzen- und Pilzarten. Experten prüfen Ihre Funde und leiten die Standorte der entdeckten Arten an die Naturschutzbehörden weiter. Die so gesammelten Daten liefern wertvolle Erkenntnisse für den Natur- und Artenschutz. Spezielle Meldeaufrufe im Artenfinder setzen einen Fokus auf besondere Artengruppen.
Wildkatzenfunde melden
© Landesforsten.RLP.de / Hansen / Lamour

Sie haben eine Wildkatze beobachtet oder eine tote Wildkatze gefunden? Melden Sie sie entweder der Unteren Naturschutzbehörde ihres Landkreises oder geben Sie den Wildkatzenbeauftragten des BUND Bescheid. Mit Ihrer Hilfe kann besser erforscht werden, wo Wildkatzen vorkommen, wo sie umherziehen oder durch was sie gefährdet sind.
Wenn sie kleine Katzen im Wald finden, fassen Sie diese nicht an. Das Muttertier ist meist nicht weit entfernt. Wildkatzen sind streng geschützt und nicht domestiziert, es ist also verboten und unmöglich, diese zu Hause zu halten.
Pflanzen erkennen und melden
© stock.adobe.com / etfoto

Die Seite des Bundesamtes für Naturschutz bietet umfangreiche Artensteckbriefe sowie Infos zu bedrohten Arten. Das Ganze gibt es auch als Anwendung fürs Smartphone: Mit der App „Deutschlandflora“ kann das Vorkommen von Farn- und Blütenpflanzen jetzt bundesweit per Smartphone dokumentiert werden – so können Sie mithelfen, die Verbreitung und das Vorkommen von Arten zu erfassen. Weitere Infos: Floraweb
Hirschkäfer Meldeaufruf
© Landesforsten.RLP.de / Jonathan Fieber

Ein besonderer Käfer, den jeder kennt: Auf der Roten Liste von Rheinland-Pfalz gilt der Hirschkäfer als stark gefährdet. Melden können Sie ihn über das Projekt Hirschkäfersuche.
Gartenschläfer Meldeaufruf
© Landesforsten.RLP.de / Jonathan Fieber

Gartenschläfer sind bundesweit auf der Roten Liste als stark gefährdet gelistet. In Rheinland-Pfalz findet sich ein wichtiger Rückzugsraum, in dem die Art noch relativ häufig vorkommt. Wir alle tragen die Verantwortung, die verbliebenen Lebensräume in Natur, Gärten, Dachböden usw. zu erhalten. Melden können Sie Gartenschläfer über diese Plattform.
