Brennholz und Bio-Energie
- Holznutzung in Rheinland-Pfalz erfolgt nachhaltig
- Holz gibt nur das CO2 wieder ab, das es in unserer heutigen Zeit aufgenommen hat (anders als fossile Energieträger)
- Holzheizende sind unabhängig von importierten fossilen Energieträgern
- Holz ist ein wirtschaftlicher Brennstoff
- Holznutzung dient der Waldpflege
- Holz ist ein regionaler Rohstoff mit kurzen Transportwegen
- Holznutzung sichert Arbeitsplätze im ländlichen Raum
- Holznutzung spart fossile Reserven
- Holzasche ist ein wertvoller Dünger
- Holz ist ein ungefährlicher Transportstoff
Von der Steinzeit bis in die vorindustriellen Epochen wurden überwiegend Brennstoffe der regenerativen Art, hauptsächlich Holz, zur Energiebereitstellung genutzt. Weshalb man Holz wohl sicher als den ältesten vom Menschen genutzten Energieträger bezeichnen kann.
In der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders und den nachfolgenden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde Brennholz immer mehr durch fossile Brennstoffe ersetzt, was auch gleichzeitig als ein Indikator für sozialen Wohlstand angesehen wurde. Durch die latenten Kämpfe und Krisen um Erdöl und fossile Energie und die daraus resultierenden Preiserhöhungen in Verbindung mit einem steigenden Umwelt- und sozialen Bewusstsein, halten seit nunmehr gut 20 Jahren die regenerativen Energien erfreulicherweise wieder Einzug in unser Leben.
Bei der Wärmebereitstellung durch erneuerbare Energien besitzt Energie- und Brennholz in Rheinland-Pfalz einen festen Platz!
Die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder garantiert, dass Brennholz auch zukünftig dauerhaft zur Verfügung steht. Allerdings wird eine große Menge unseres Brennholzes ineffizient verbrannt, was wirtschaftlich unbefriedigend und umweltbelastend ist.
Auf den nachfolgenden Seiten sollen deshalb die beiden Hauptfehler beim Heizen mit Holz aufgezeigt und beseitigt werden. Diese liegen in der Verwendung von nassem Holz und dem Einsatz von alten, ineffizienten Öfen und Kesseln. Zudem sollte unser Ziel sein, möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Dies kann insbesondere durch die energetische Sanierung unserer Wohnungen und Häuser erfolgen.
Die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder in Kombination mit dem effizienten Einsatz des Rohstoffes garantiert, dass Brennholz auch zukünftig zur Verfügung steht.
Heizen mit Holz ist dank moderner Holzheizsysteme umweltfreundlich und effizient. Eine kostenlose Broschüre des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten gibt ausführlich Auskunft, wie der nachwachsende und klimafreundliche Energieträger am besten eingesetzt wird. Sie können die Broschüre hier herunterladen. Beim Wirkungsgrad der Anlage kommt es auf die Technik an. Jahreswirkungsgrade können durch Solaranlagen und große Pufferspeicher verbessert werden.
Noch aktive Links deuten auf Forstämter hin, die noch Brennholz anbieten
- Forstamt Adenau
- Forstamt Ahrweiler
- Forstamt Annweiler
- Forstamt Bad Dürkheim
- Forstamt Bad Sobernheim
- Forstamt Bienwald
- Forstamt Birkenfeld
- Forstamt Bitburg
- Forstamt Boppard
- Forstamt Cochem
- Forstamt Daun
- Forstamt Dierdorf
- Forstamt Donnersberg
- Forstamt Gerolstein
- Forstamt Haardt
- Forstamt Hachenburg
- Forstamt Hillesheim
- Forstamt Hinterweidenthal
- Forstamt Hochwald
- Forstamt Idarwald
- Forstamt Johanniskreuz
- Forstamt Kaiserslautern
- Forstamt Kastellaun
- Forstamt Koblenz
- Forstamt Kusel
- Forstamt Lahnstein
- Forstamt Nastätten
- Forstamt Neuerburg
- Forstamt Neuhäusel
- Forstamt Otterberg
- Forstamt Pfälzer Rheinauen
- Forstamt Prüm
- Forstamt Rennerod
- Forstamt Rheinhessen
- Forstamt Saarburg
- Forstamt Simmern
- Forstamt Soonwald
- Forstamt Traben-Trarbach
- Forstamt Trier
- Forstamt Wasgau
- Forstamt Westrich
- Forstamt Wittlich
- Forstamt Zell
Heizwerte und Anfeuern
Die verschiedenen Baumarten unterscheiden sich bezüglich ihres Heizwertes (Energiegehaltes). Trockenes Holz (Qualitätsholz) mit einem Wassergehalt von weniger als 20 Prozent liefert unabhängig von der Baumart besonders intensive, langanhaltende Wärme. Bezogen auf das absolute Trockengewicht ist der Energiegehalt aller Baumarten nahezu gleich. Die Nadelhölzer sind wegen ihrer besseren Zündeigenschaften besonders für die Anheizphase geeignet. Diese positive Eigenschaft wird beim Feuermachen durch den Aufbau eines feinstaubmindernden Anfeuerungsmoduls zusätzlich unterstützt.
© Landesforsten.RLP.de / Jonathan Fieber

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| Energiegehalt | Holzart |
|---|---|
| 2.150 Kilowattstunden pro Raummeter | Eiche, Robinie, Esskastanie |
| 2.100 Kilowattstunden pro Raummeter | Rotbuche, Esche, Hainbuche |
| 1.900 Kilowattstunden pro Raummeter | Birke, Ulme, Ahorn |
| 1.800 Kilowattstunden pro Raummeter | Douglasie, Kiefer, Lärche |
| 1.500 Kilowattstunden pro Raummeter | Erle, Fichte, |
| 1.400 Kilowattstunden pro Raummeter | Weide, Tanne, |
| 1.200 Kilowattstunden pro Raummeter | Pappel |
Maßeinheiten
Die übliche Maßeinheit beim Brennholz ist der Raummeter, abgekürzt “Rm”. Darunter versteht man einen Kubikmeter aufgesetztes 1 m langes Scheitholz, bei dem auch der Luftraum zwischen den Scheiten und Rollen mitgerechnet wird. Daher entspricht der Raummeter nur 0,7 Kubikmeter reiner Holzmasse.
Wird Brennholz frei Haus ofenfertig zugeschnitten angeliefert, so ist der Hohlraumanteil höher. Deshalb entspricht ein Schüttraummeter nur knapp 0,5 Kubikmeter reiner Holzmasse.
Achten Sie beim Bestellen bzw. beim Kauf von Brennholz deshalb immer auf die Einheiten: i.d.R. Raummeter oder Schüttraummeter!
Die Maßeinheit Schüttkubikmeter (Sm³) wird lediglich bei Hackschnitzeln verwendet und nicht bei Scheitholz.
1 Festmeter (Fm) entspricht 1 Kubikmeter feste Holzmasse ohne Zwischenräume (zum Beispiel Stammholz, Industrieholz lang)
1 Raummeter (Rm) oder Ster entspricht 1 Kubikmeter gesetztes Holz inklusive Zwischenräume (zum Beispiel Brennholz, Industrieholz kurz)
1 Schüttraummeter (SRm) entspricht 1 Kubikmeter geschüttetes Brennholz ofenfertig inkl. Zwischenräume
1 Schüttkubikmeter (Sm³) entspricht 1 Kubikmeter Hackschnitzel
| 1 Fm | 1 Rm | 1 SRm | 1 Sm³ |
|---|---|---|---|
| 100 % Holz | 70 % Holz | 50 % Holz | 40 % Holz |
| 0 % Luft | 30 % Luft | 50 % Luft | 60 % Luft |
| 1 Rm = 0,7 Fm | 1 SRm = 0,5 Fm | 1 Sm³ = 0,4 Fm |
Lagerungsempfehlungen
© Landesforsten.RLP.de / Johannes Krisinger

Die optimale Vorbereitung:
- Brennholz wird am besten zwischen November und Februar geschlagen und sofort - vor dem Lagern! -fein gespalten (8 – 12 cm) und auf Ofenlänge geschnitten. Auch dünnere Rundstücke sollten aufgespalten werden. Diese Maßnahmen fördern wesentlich das Austrocknen des Holzes.
Das Brennholzlager:
- Brennholz muss vor dem Verbrennen 2 bis 3 Jahre luftig gelagert und vor Regen und Feuchtigkeit geschützt werden. Das gespaltene Brennholz muss auf Unterlagen ca. 20 bis 40 cm vom Boden aufgesetzt werden. Dazu eigenen sich besonders gut gebrauchte Einwegpaletten.Der Untergrund sollte möglichst befestigt sein.
- Zur Südseite sollte das Lager - wenn möglich - offen sein.
- Brennholz lagert am besten unter einem vorgezogenen Dach, z.B. entlang der Hauswand oder in einer luftigen Holzhütte. Auf eine gute Hinterlüftung ist bei einer Lagerung an der Hauswand zu achten.
- Im Kreuzstapel geschichtet trocknet es am schnellsten.
- Zwischen den Holzstößen sollte eine Handbreit Platz sein, um eine Belüftung sicher zu stellen
- Brennholz niemals in eine Plastikplane ganz „einpacken“. Holz braucht Luft und Wind zum Trocknen.
- Lagern Sie frisch geschlagenes Holz nicht im Keller. Dort kann es nicht austrocknen, sondern stockt. Nur ganz trockenes Holz kann in einem gut belüfteten Keller zwischengelagert werden.
Zukunftsfähig
Neben den Klima- und Umweltschutz relevanten Aspekten der Holz-Sonne-Kopplung ist gerade die Energieeinsparung und Energieeffizienz ein wesentliches Motiv für die Initiative von Landesforsten. Hier ist die Wissensvermittlung um die Bedeutung der Zusammenhänge beim Heizen mit Holz in Verbindung mit sich ergänzenden erneuerbaren Energien, wie die Solarthermie, ein besonderer Schwerpunkt.
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das jährlich nachwachsende, aber durch die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder mengenmäßig begrenzt vorhandene Energieholzpotential sparsam, effizient und umweltschonend genutzt werden kann. Gerade im Zusammenhang mit der energetischen Sanierung von Gebäuden in Kombination mit sonnenunterstütztem Heizen sind Einsparungen von 70 bis 85 % der bisherigen Heizstoffe möglich. Gerade bei Brennholz wäre damit eine massive Ausweitung des Nutzerkreises möglich.
Während bei reinen Holzfeuerungen zur Warmwassererzeugung außerhalb (und bei Einzelöfen sogar auch während) der Heizperiode z.B. Öl, Gas oder Strom eingesetzt werden muss, ergänzen sich bei der Holz-Sonne-Kopplung beide Energieformen in idealer Weise:
In der warmen Jahreszeit erhitzt die Sonne über die Solarkollektoren das Brauchwasser. Bei einer entsprechenden Kollektorgröße kann darüber hinaus in der Übergangszeit auch der Heizwärmebedarf ganz oder teilweise gedeckt werden. In der eigentlichen Heizperiode erfolgt dann die Aufheizung des solar vorgewärmten Wassers auf Nutztemperatur durch die Verbrennung von Holz, dessen Brennwert letztlich nichts anderes ist als gespeicherte Sonnenenergie. Mit Fug und Recht kann bei dieser Art der Energieversorgung also von "100 Prozent Energie aus der Sonne" gesprochen werden.
Zukunftsfähig durch Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer, sozialer Aspekte
Eine nachhaltige Energieversorgung auf Basis der Holz-Sonne-Kopplung ist nicht nur für die Umwelt ein Gewinn.
Als leitungsunabhängige Technik erscheint die Holz-Sonne-Kopplung für den ländlichen Raum mit seinen dezentralen Strukturen besonders geeignet. Die kostenlose Sonne und das "Holz aus der Region" gewährleisten eine hohe Versorgungssicherheit. Sie schaffen Arbeit und Einkommen in der Region, nicht nur im Rahmen der Holzbereitstellung, sondern auch in innovativen Unternehmen, die in der Nutzung regenerativer Energien einen Zukunftsmarkt erkannt und sich entsprechend qualifiziert haben.
Ausblick
Die Rolle als innovativer Vorreiter und Impulsgeber will Landesforsten Rheinland-Pfalz auch in Zukunft beibehalten. Hier gilt es die Zusammenarbeit mit Institutionen zu verstärken, die sich um die Implementierung der 3 E`s – Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energie - bemühen.
Die Aufgaben: Einsparung, Effizienz, Erneuerbar sind die großen anzustrebenden Ziele.
Aus diesem Grund arbeitet der Bereich Holzenergie von Landesforsten auch mit den regionalen Energieagenturen, der Energieagentur Rheinland-Pfalz, dem Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Rheinland-Pfalz, dem Umweltcampus Birkenfeld, der Transferstelle für Rationelle und Regenerative Energienutzung Bingen (TSB Bingen) und ähnlichen öffentlich unterstützten Institutionen zusammen.
Wer konsequent die 3 E`s bei der Sanierung und Renovierung seines Hauses oder Wohnung umsetzt, kann durch Dämmung von Hauswänden und Dachböden, Einbau moderner Mehrfachfenster und Außentüren gut die Hälfte der bisher verbrauchten Energie sparen. Wenn zusätzlich noch die alten oder älteren Öfen und Kessel gegen neue, effiziente und saubere Öfen und Kessel in Verbindung mit einem ausreichend großen Pufferspeicher getauscht werden, kann der Brennstoffeinsatz um 40 bis 50 % gesenkt werden.
Biomasse wird zukünftig verstärkt nachgefragt werden. Studien gehen davon aus, dass im Jahr 2020 in Deutschland eine Differenz zwischen Angebot und Nachfrage beim Holz von ca. 35 Mio. m³/Jahr bestehen wird. Die bisherige Angebotsmenge an Holz aus unseren Wäldern ist aber kaum mehr steigerungsfähig, ohne das gesetzlich vorgeschriebene und seit über 300 Jahren von der deutschen Forstwirtschaft praktizierte Prinzip der Nachhaltigkeit zu durchbrechen.
Herausforderung Bioökonomie
In Zukunft werden fossile Reserven immer knapper. Die Basis unserer Wirtschaft beruht jedoch momentan noch auf der Nutzung von fossilen Rohstoffen wie Öl, Gas und Kohle. Diese Nutzung geht einher mit erheblichen Belastungen für die Umwelt und das Klima. Um diese Belastungen zu reduzieren, ist ein Umdenken von fossilen Rohstoffen auf nachwachsende Rohstoffe notwendig. Eine Umstellung der Wirtschaft von fossilen auf nachwachsende Rohstoffe (Bioökonomie) kann zu einer stark steigenden Nachfrage nach dem Rohstoff Holz führen. Um diese Nachfrage nicht zu Lasten des Waldes zu befriedigen, ist ein noch effizienterer Einsatz des CO₂-neutralen „Öko-Rohstoffes“ Holz notwendig.



