Hier finden Sie Berichte zu unseren Veranstaltungen aus dem Jahr 2024
„Nur nicht den Boden verlieren“
Dieses Thema stand im Mittelpunkt der Zentralveranstaltung der Deutschen Waldtage, die in diesem Jahr in Hachenburg am Waldbildungszentrum stattfand
© Landesforsten.RLP.de/Alessandra Kurzawa

Im Jahr des Waldbodens stand der Boden im Mittelpunkt der Waldtage in Hachenburg. Zu den Ehrengästen der Veranstaltung zählten Staatssekretär Dr. Erwin Manz und Dr. Jens Jacob, Abteilungsleiter im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz (MKUEM). Anstelle eines Grußwortes führte Anne-Sophie Knop ein Interview mit Dr. Manz. Dieser betonte die Bedeutung des Waldes als Lebens- und Arbeitsraum und hob hervor, dass der Wald gerade in Zeiten des Klimawandels von zentraler Bedeutung für den Schutz der Böden, der Wasserhaushalte und der Biodiversität sei. Zudem stehe die Bildung im Mittelpunkt der diesjährigen Deutschen Waldtage, weshalb sich das Bildungszentrum als Gastgeber besonders eigne. Neben waldfachlichen und naturwissenschaftlichen Fragen würden auch soziokulturelle Aspekte miteinbezogen, so Dr. Manz.
Mitmachaktion der besonderen Art
Rund 50 Bürgerinnen und Bürger aus Unternehmen, der Kommunalpolitik, Schulen und Kindergärten sowie Privatleute haben sich an der Mitmachaktion „Nur nicht den Boden verlieren“ beteiligt und ihren eigenen Boden untersucht, indem sie Baumwollunterhosen vergraben haben. Diese ungewöhnliche Methode, bei der der Zersetzungsgrad des Baumwollgewebes als Maßstab für die Bodengesundheit herangezogen wird, vermag auf beeindruckende Art und Weise sichtbar zu machen, wie lebendig unsere Böden sind, und sensibilisiert für die Bedeutung gesunder Böden. Denn obwohl sie die Basis für Lebensqualität, Klimaschutz und Daseinsvorsorge sind, finden Böden in unserem Leben kaum Beachtung. Die zurückgesandten Unterhosen aus Rheinland-Pfalz, Berlin, Frankfurt und Göttingen wurden ausgestellt und konnten zusammen mit Bodenproben im Mitmachlabor untersucht werden. Im Mitmachlabor wurden außerdem die Themen „Hochwasservorsorge“, „Bodenerosion“ und „Bodenlebewesen“ interaktiv erlebbar gemacht. Für junge Waldforscherinnen und -forscher gab es ein Entdeckerpaket zu gewinnen.
Wissen über den Wald spielerisch zu vermitteln, war auch Ziel des Baumartenparcours, der zahlreiche interessierte Teilnehmende anlockte. An verschiedenen Stationen konnten Groß und Klein ihr Wissen über Baumarten unter Beweis stellen. Dabei wurden spannende Fakten über die einzelnen Arten vermittelt. Wer das richtige Lösungswort herausfand, wurde mit einem jungen Bäumchen belohnt.
Berufsinformationen: Chancen für die Zukunft
Bei der umfassenden Berufsinformationsplattform, die über Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierewege bei Landesforsten informierte, konnten sich Interessierte über das breite Spektrum der gesamten forstlichen Berufswelt informieren, die grundsätzlich allen Geschlechtern offen steht. Auch das Freiwillige Ökologisch Jahr (FÖJ) wurde vorgestellt, und es gab die Möglichkeit, hierzu Fragen zu stellen. Zahlreiche Einblicke in die Praxis und Gespräche mit Berufstätigen aus der Branche rundeten das Angebot ab.
Technik zum Anfassen
Forsttechnikfans kamen ebenfalls auf ihre Kosten: Eine „Zeitreise durch die Entwicklung der Motorsägen“ präsentierte dieses im forstlichen Alltag unverzichtbaren Werkzeug. Von historischen Sägen bis hin zu den neuesten (Akku-)Modellen gab es viel zu sehen und zu bestaunen. Ein weiteres technisches Highlight war die Vorführung des Funkfällkeils, der das sichere und präzise Fällen von Bäumen erleichtert. Ebenfalls beeindruckend war die Demonstration einer modernen Holzernte-Raupe, die sich dank neuester Technik umwelt- und bodenschonend durch das Gelände bewegen kann.
Den Boden als virtuelles Abenteuer erleben
Ein echter Publikumsmagnet war das große Bodenlabor mit vier Stationen. Hier konnte der mitgebrachte eigene Boden oder vorhandener Waldboden mit pH-Teststreifen, groben und feinen Sieben und weiteren Hilfsmitteln sehr gründlich untersucht werden. Zum Thema „Wald und Wasser“ konnte mithilfe verschiedener, eigens für die Waldtage gebauter Simulationen erlebt werden, wie gesunder Waldboden das Hochwasserrisiko minimiert und wie er zudem das Wasser reinigt. Auch die Station zur Bodenerosion war gut besucht. Mittels eines Föns konnte dort ausprobiert werden, ob sich Boden bei Wind und Hitze besser hält, wenn er bewachsen oder wenn er ohne Bewuchs ist.
Etwas Besonderes war das Virtual-Reality-Abenteuer „Boden erleben“. Mithilfe von VR-Brillen tauchten die Besucher in die Welt unter ihren Füßen ein und nahmen den Boden auf eine völlig neue Art wahr: Riesige Weißwürmer oder monströse Springschwänze bewegten sich dabei an den Teilnehmenden vorbei. Dieser interaktive Zugang zeigte auf eindrucksvolle Weise, wie wichtig gesunde Böden für den Wald und die gesamte Umwelt sind.
Spaß und Bildung für die Jüngsten
Für die kleinsten Besucher gab es ein umfangreiches Kinderprogramm, das für strahlende Gesichter sorgte. Eine Hüpfburg und zahlreiche Experimente boten reichlich Spiel und Spaß, während Luftballone in Tierform die Herzen der Kinder höherschlagen ließen. Besonders großen Anklang fand das waldpädagogische Angebot, das den Kindern auf spielerische Weise den Lebensraum Wald näherbrachte. Sie konnten Pflanzen und Tiere des Waldes entdecken und selbst einen Nistkasten bauen. Für das leibliche Wohl der Besucher war ebenfalls bestens gesorgt. Das Blasorchester Luckenbach sorgte mit Livemusik für gute Stimmung, während die Gäste Wildbratwurst und Getränke genießen konnten. Besonders beliebt war das Barista-Mobil, das mit frischem Kaffee für gute Laune sorgte.
Weitere Angebote
Neben der großen Veranstaltung am 15. September hatten die Forstreviere des Forstamtes insgesamt sieben Exkursionen vorbereitet, die das gesamte Wochenende über stattfanden. Viele Interessierte informierten sich bei allgemeinen Exkursionen über den Wald und die Waldwirtschaft, aber auch bei Spaziergängen speziell zu den Themen „Wald und Wasser“, „Wiederbewaldung“ und „besondere Waldbilder“. Die Zentralveranstaltung der Deutschen Waldtage 2024 in Hachenburg zeigte eindrucksvoll, wie enorm vielschichtig die Arbeit von Landesforsten für die Entwicklung und Erhaltung klimaresilienter Wälder und deren Ökosystemleistungen ist und bot ein vielseitiges Programm, das Information mit Unterhaltung verband. Die Mischung aus fachlichem Austausch, der Vorführung technischer Innovationen und Freizeitspaß machte den Tag für alle Beteiligten unvergesslich. Besonders erfreulich war die Beteiligung junger Menschen, die nicht nur ein großes Interesse an der Zukunft des Waldes zeigten, sondern auch das Angebot zur Berufsinformation nutzten.
© Landesforsten.RLP.de/Alessandra Kurzawa

© Landesforsten.RLP.de/Alessandra Kurzawa

© Landesforsten.RLP.de/Alessandra Kurzawa

© Landesforsten.RLP.de/Alessandra Kurzawa

