Gemeine Fichte (Picea abies) - Baum des Jahres 2017

Die Gemeine Fichte (Picea abies), fälschlicherweise auch schon mal als Rot-, Schwarz- oder Pechtanne bezeichnet, gehört zur Gattung „Picea“ und zur übergeordneten Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Ein anderer Name für Picea abies ist auch Rot-Fichte. Für das Jahr 2017 wurde sie zum Baum des Jahres gekürt.
Merkmale
- Höhe: Je nach Standort bis zu 60 m
- Stamm: Der wirtschaftlich noch nutzbare Durchmesser ist durch die Bauweise der Sägegatter, Bandsägen oder Zerspanungslinien begrenzt. Aus diesem Grund werden Fichten im Wirtschaftswald oft nicht stärker als 100 Zentimeter. Stärken bis 150 und in seltenen Fällen bis 200 Zentimeter wären über die Lebensdauer erzielbar. Oft beginnt aber bereits relativ früh die Zersetzung des Stammes von innen heraus in Form von Rot- bzw. Weiß- oder Braunfäule. Dieser Effekt kann zusätzlich durch eine falsche Standortwahl, Beschädigungen des Baumes beziehungsweise der Borke (Eintrittspforten für Pilze), überhöhte Wildbestände und andere Stressfaktoren gefördert werden.
- Krone: Die Krone der Gemeinen Fichte ist oben „spitz“ und daher schon von weitem deutlich von beispielsweise der Weiß-Tanne (Abies alba) zu unterscheiden, die eher eine „storchennest-artige“ Krone ausbildet.
- Blätter: relativ kurze (ein bis drei Zentimeter) und stechende Nadeln, ein gesunder Nadeljahrgang bleibt bis zu 10 Jahren und, in seltenen Fällen auch noch länger, mit dem Baum verbunden
- Blüte: April bis Juni, männliche Blüte wechselt je nach Reifegrad von purpurn bis gelblich und entlässt den reifen Pollen bei Wind in manchmal deutlich sichtbaren „Wolken“
- Frucht: Der Fichtenzapfen startet stehend auf dem Ast. Mit zunehmender Reife hängt er jedoch meist endständig am Zweig. Im Gegensatz zur Tanne, bei der die Zapfenschuppen einzeln abfallen und die Zapfenspindel aufrecht auf dem Ast zurückbleibt, fallen Fichtenzapfen komplett ab.
- Borke: Das Rindenbild wechselt bei der Gemeinen Fichte je nach Alter. Existieren beim sehr jungen Baum sogar noch Nadeln am Stamm, werden diese nach wenigen Jahren abgestoßen. Die Borke ist dann zunächst noch geschlossen und rotbraun, wenn auch relativ rau. Im Alter wechselt sie nach braun und graubraun und wird zur Stammbasis hin zunehmend schuppiger.
- Alter: Bis zu 600 Jahre, wirtschaftliche Nutzung in den meisten Fällen im Alter 80 bis 160
© Landesforsten.RLP.de / Jonathan Fieber

Standort
Die Fichte liebt gut wasserversorgte, sauerstoffreiche Böden. Nicht geeignet sind staunasse, anmoorige und moorige Böden. Zwar wächst die Fichte auch auf diesen Standorten, ist jedoch nicht standfest. Hinsichtlich der Nährstoffversorgung ist die Fichte relativ anspruchslos. Klimatisch bevorzugt sie kontinentales Klima mit kalten Wintern. Picea abies ist ein Verlierer der globalen Erwärmung.
Verbreitung
Die verschiedenen Arten der Gattung Fichte kommen in nahezu der kompletten nördlichen Hemisphäre vor. Picea abies selbst reicht vom nordisch-blatischen Tiefland bis zu den südeuropäisch-alpinen Gebirgsvorkommen.
Verwendung
Fichtenholz ist sehr breit einsetzbar. Aufgrund seiner exzellenten physikalischen und baustatischen Eigenschaften, wird es sehr gern für Dachstühle und im sonstigen Konstruktionsbau verwendet. Aber auch in der Möbelindustrie und im Innenausbau findet das leicht zu bearbeitende Holz breite Verwendung.
