Klima und Wetter
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Für mitteleuropäische Verhältnisse ist es vor allem im Rheintal sehr warm und sehr trocken. Unsere Klimaforschenden bei der forstlichen Versuchsanstalt Rheinland-Pfalz prognostizieren hier in 50 bis 100 Jahren ein mediterranes Klima. Allersings lassen sich die dortigen Verhältnisse nicht ohne weiteres auf unsere Breitengrade übertragen. Das in der Vergangenheit beobachtete Klima in Rheinland-Pfalz wurde als "gemäßigt warm-trocken mit atlantischer Prägung" beschreiben. An diese Bedingungen sind unsere derzeit noch vorhandenen Wälder angepasst.
Der Rhein bei Boppard Boppard liegt bei 65 m und bei Bingen 77 m über dem Meeresspiegel. Diese geringe Meereshöhe verschärfte die Auswirkungen der vergangenen Dürresommer. Die höchsten Erhebungen reichen bis auf 531 m an der Fleckertshöhe im Norden des Forstamtes und auf 628 m auf dem Salzkopf im Binger Wald.
Große Waldverwüstungen wurden von den Orkanen Vivian und Wiebke 1990, Kyrill 2007 und Xynthia 2010 verursacht, die aus westlicher Richtung kommend Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h erreichten. Diese Stürme waren Vorboten des sich schon damals abzeichnenden Klilmawandels. Steigende Temperaturen bedingen aber auch längere Wachstumsphasen und fördern zudem die Verbreitung wärmeliebender Organismen aus anderen Teilen der Welt, z. B. der asiatischen Tigermücke. Außerdem steigt die Waldbrandgefahr aufgrund immer länger anhaltender Trockenphasen deutlich an.
Hintergrundwissen zum Thema Klimawandel findet man auf der Seite "Klimawandelinformationssystem Rheinland-Pfalz".
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Der Wald leidet dramatisch unter dem Klimawandel.
Manche Baumarten halten die Wetterbedingungen jetzt schon nicht mehr aus und sterben großflächig ab. Schon unter „Normalbedingungen“ verdient die Baumauswahl höchste Aufmerksamkeit. Mit der Verstärkung des Klimawandels hat sich die Situation erheblich verschärft. Auf besonderen Standorten entlang des Mittelrheintals ist der Wald der die unterseits angrenzende Kulturlandschaft schützen soll in akuter Gefahr. Noch hat der Wald die Chance sich selbst zu regenerieren. Kleine, an die aktuellen Gegebenheiten bereits angepasste Eichensämlinge finden sich fast überall auf dem Waldboden. Diese gilt es vor Wildverbiss zu schützen.
Dort wo keine Sämlinge vorhanden sind müssen neue Kulturen mit wärmeliebenden Baumarten gepflanzt werden.
Unsere wichtigste Aufgabe: den Wald fit machen für den Klimawandel
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Stürme, Dürre und die Borkenkäfervermehrung haben den Wäldern des Forstamtes Boppard stark zugesetzt. Nicht nur Fichten, sondern auch Buchen und andere Laubbaumarten leiden in bisher unbekanntem Ausmaß. Das Ökosystem Wald ist - aufgrund der besonderen Lage - vor allem im Rheintal bedroht.
Unsere Herausforderung: Zahlreiche kleine Flächen müssen neu bepflanzt werden – und das mit verschiedenen klimastabilen Baumarten. Überall dort, wo bereits neue Bäume wachsen, ergänzen wir die vorhandene Verjüngung und sorgen somit für eine ausgewogene Baumartenmischung. Dabei ergänzen wir die natürlich verjüngten Pflanzen mit Baumschulware verschiedener Arten und besonderer Herkünfte. Nur wenn entstandene Kahlflächen schnell wiederbewaldet werden, gelingt es uns, den Wald fit für den Klimawandel zu machen. Schließlich möchten sich zukünftig auch unsere Kinder und Enkel an ihm erfreuen. Weitere Informationen zum Klimawandel und den Bemühungen der Förster gibt es auf unserer Seite "Unser Wald im Klimawandel".
Der Wald muss aktiv umgestaltet werden
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Die gegenwärtige Entwicklung der rasant fortschreitenden Klimaveränderung lässt erahnen, dass viele Baumarten nicht mithalten können. Bei der Wiederbewaldung setzt man daher nicht nur auf eine Mischung vorwiegend heimischer Baumarten (Traubeneiche, Hainbuche, Bergahorn, Wildkirsche, Sommerlinde, Spitzahorn, Weißtanne). In manchen Fällen werden die Samen dieser Baumarten aus Trockengebieten Südosteuropas importiert. Auf besonderen Standorten werden - wo es die Zertifikatsregeln zulassen - auch bereits von den Römern eingeführte, wärmeliebende mediterrane Arten wie Robinie, Esskastanie, Zerr- Stein- und Korkeiche dazu gepflanzt oder gesät. Die Zerreiche gibt es bereits vereinzelt als stattliche Exemplare entlang des Mittelrheintals. Die Flaumeiche ist im Bereich des Kaiserstuhls nachgewiesen. Weitere Baumarten, wie zum Beispiel die Baumhasel, stammen aus dem eurasischen Grenzbereich.
Wir nennen das assistierte Migration: Unterstützung der wärmeliebenden Baumarten bei deren Ausbreitung. Der Klimawandel verläuft zu schnell, um auf eine natürliche Verbreitung dieser Baumarten von Süden her warten zu können.
Niemand weiß, welche Arten den zukünftigen Umweltbedingungen standhalten werden. Durch die Verwendung unterschiedlicher heimischer und fremder Baumarten verschiedener Herkünfte wird das Risiko des völligen Waldverlustes jedoch ausgeschlossen. Ein vielseitiger Wald ist eben auch ein stabiler Wald.
Was wir sonst noch uternehmen um den Wald zu retten lesen Sie auf der Homepage von Landesforsten Rheinland-Pfalz
