Biotop- und Artenschutz

Das Bild zeigt einen besonderen Käfer: den Kopfhornschröter auf Moos
Kopfhornschröter

Der Wald ist eine der naturnächsten Landnutzungsformen und damit Rückzugsort vieler gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.
Zahlreiche Maßnahmen wie der naturnahe Waldbau, Prozess-, Biotop- und Artenschutz, Totholzanreicherung, Gestaltung von natürlichen Waldrändern etc. werden heutzutage automatisch vom Förster geplant, durchgeführt und überwacht. Ziel ist die Etablierung kleinräumig wechselnder Biotope aus möglichst vielen einheimischen Baumarten- und Straucharten unterschiedlichen Alters.
Das Forstamt Boppard ist  Teil des "hot spot (Nr. 12) der biologischen Vielfalt Mittelrheintal mit den Seitentälern Nahe und Mosel".

Höchsten formalen Schutzstatus genießen die Naturschutzgebiete. Zu den größten in Rheinland-Pfalz zählt die Struth (871 ha) zwischen den Gemeinden Wiebelsheim, Liebshausen und Perscheid. Wegen vieler Quellen in ebener bis gering geneigter Hanglage ist das Gebiet sumpfig. Die Struth entwässert zum Guldenbach und damit in die Nahe. Laub- und Nadelwälder wechseln sich mit großflächigen Wiesen ab. Sumpfdotterblumen, Pfeifengras-Mähwiesen, Borstgrasrasen, Zwergstrauchheiden und feuchte Hochstaudenfluren bilden besondere Biotope. Auf Standorten mit hohem Grundwasserstand haben sich Großseggenwiesen und Kleinseggenriede herausgebildet, langfristig werden sich hier Schwarzerlen und Karpatenbirken ansamen. Wahrscheinlich lebt in den Wiesen der Struth eine große Population des gefährdeten Sumpfgrashüpfers. Seltene Vogelarten wie Schwarzstorch und Waldschnepfe kommen vor, ebenso die Wildkatze.
Die Pflege- und Entwicklungsplanung konnte 23 Pflanzen- und 37 Tierarten der Roten Liste nachweisen. Prioritäre Lebensraumtypen für das Europaweite Schutzgebietssystem NATURA 2000 sind der artenreiche, submontane Borstgrasrasen und Moorwälder.
In dem 170 ha großen Naturschutzgebiet Morgenbachtal, einem der schönsten Rheinseitentäler mit urwüchsigem Baumbestand, großen Felsregionen und einem natürlichen Bachlauf, befinden sich naturnahe Schlucht- und Auewälder. Daneben stellen Trockenhangwälder, Hangschuttflächen und Quellen schutzwürdige Lebensräume zahlreicher wildwachsender Pflanzen- und Tierarten dar. Im gesamten Bereich fühlen sich Wasseramsel, Eisvogel, Gebirgsstelze, Haselhuhn, Wanderfalke und Wildkatze wohl.
Das Naturschutzgebiet Wiesen am Hirtenborn ist 250 ha groß. Schutzzweck ist die Erhaltung von naturnahen Orchideenwiesen, die Pflege und Entwicklung andauernd nasser und sumpfiger Bruchwaldbestände, Quell- und Niedermoorbereiche sowie naturnaher Wälder als Lebensräume ortstypischer und gefährdeter Pflanzen und Tiere. 

Natura 2000

Seltene Schmetterlingsart, die Spanische Flagge
Seltene Schmetterlingsart, die Spanische Flagge

Das Netz europäischer Flora-Fauna-Habitat (FFH)- und Vogelschutzgebiete (VSG) repräsentiert die typischen, die besonderen und die seltenen Lebensräume und Tier- und Pflanzenarten Europas. Sie sollen bewahrt oder zur biologischen Vielfalt entwickelt werden.
Im Forstamt Boppard sind ausgewiesen

Landschaftsschutzgebiete 
Das Gebiet Mittelrhein reicht von der Nahemündung über Boppard hinaus bis nach Koblenz. Das Gebiet Mosel berührt die Stadt Boppard westlich der Hunsrückhöhenstraße. Schutzzweck ist die Erhaltung der landschaftlichen Eigenart, Schönheit und des Erholungswertes der Täler mit den das Landschaftsbild prägenden, noch weitgehend naturnahen Hängen und Höhenzügen. 
Aus der Verpflichtung zur Erhaltung der Landschaft leitet sich die Zielaufgabe Bodenschutz durch den Wald ab. Zur Verhinderung von Erosionen ist der Wald unbedingt zu erhalten und durch Pflegemaßnahmen zu stabilisieren. Im Bereich der Straßen, Eisenbahntrassen und waldnahen Wohngebiete kommt der Verkehrssicherung (Schutz vor umstürzenden Bäumen) besondere Bedeutung zu.