Baum ab?
Das Fällen von Bäumen im Wald wird oft als zerstörerischer Eingriff in die Natur wahrgenommen. Wenn Holz geerntet wird, hört man die Motorsägen, sieht die Baumstämme am Wegesrand liegen und muss vielleicht sogar dem großen Holz-LKW beim Wandern auf dem Waldweg Platz machen.
Gleichzeitig werden Holzfußböden, Holzmöbel, Instrumente aus besonderen Holzarten und der behagliche Brennholzofen im Wohnzimmer geschätzt.
Holz ist ein kontinuierlich nachwachsender Rohstoff. Je nach Standort und Waldtyp kann der jährliche Holzzuwachs deutlich variieren. In den Wäldern am Haardtrand beträgt der Zuwachs ungefähr 5 bis 15 Kubikmeter (Festmeter) Holz pro Jahr und Hektar. Welche Umweltwirkungen mit seiner Nutzung verbunden sind, hängt unter anderem von seiner Herkunft, der Art der Waldbewirtschaftung, der Verarbeitung und der Nutzungsdauer ab.
Für die Waldbewirtschaftung ist das Verhältnis von Zuwachs und Einschlag ein wichtiger Maßstab. Die Forsteinrichtung erstellt alle zehn Jahre neue Pläne, die auf Grundlage des erwarteten Zuwachses vorgeben, wie viel Holz eingeschlagen werden darf.
Eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung muss darüber hinaus weitere Waldfunktionen berücksichtigen, etwa den Schutz von Böden und Wasser, die Erhaltung von Lebensräumen und die biologische Vielfalt. Zusätzliche Maßnahmen wie die Auszeichnung von Habitatbaum-Gruppen und der Erhalt von Totholz tragen dazu bei, wichtige Habitate zu erhalten
Übrigens: Nicht alle mit einer Markierung versehenen Bäume sollen gefällt werden: Es werden beispielsweise auch die Schneisen markiert, auf denen der Forstschlepper fahren darf („Rückegassen“). Auch die wertvollen „Zukunftsbäume“ („Z-Bäume“) erhalten eine Markierung mit einem weißen Ring. Mehr zu Markierungen an Bäumen gibt es hier zu lesen.
