Newsletter Revier Herxheim-Queichwaldungen 2. Halbjahr 2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
dies ist die 12. Ausgabe des Newsletters für das Forstrevier Herxheim-Queichwaldungen. In diesem Newsletter erfahren Sie etwas über die Ereignisse des laufenden Quartals und erhalten einen Ausblick auf das Frühjahr 2026.
Ich hoffe, dass Ihnen diese Informationen einen guten Einblick in die aktuellen Entwicklungen im Revier geben und freue mich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gerne stehe ich Ihnen weiterhin als Ansprechpartner für Fragen rund um den Wald zur Verfügung.
Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dem neuesten Newsletter. Bei Fragen können Sie mich gerne kontaktieren.
Herzliche Grüße aus Ihrem Wald
Niklas Dengel
Kommissarischer Revierleiter des Reviers Herxheim-Queichwaldungen im Forstamt Haardt
AKTUELLER STAND UND AUSBLICK:
Mit dem Frühjahr begann im Wald die Brut- und Setzzeit. Für viele Tierarten ist dies eine besonders sensible Phase. Deshalb werden notwendige Arbeiten im Wald sorgfältig geplant und soweit möglich so durchgeführt, dass Störungen für die Tierwelt möglichst gering gehalten werden.
Parallel dazu wurden die im Winter festgestellten Maßnahmen zur Verkehrssicherung umgesetzt. Entlang von Straßen, Wegen und Erholungseinrichtungen mussten einzelne Bäume entfernt oder zurückgeschnitten werden, bei denen eine Gefährdung für Waldbesucherinnen und Waldbesucher bestand.
Ein weiterer Schwerpunkt der vergangenen Monate und des laufenden Sommers ist die Pflege der jungen Waldbestände. Die in den vergangenen Jahren angelegten Kulturen müssen regelmäßig kontrolliert werden. Dabei wird der Anwuchserfolg beurteilt, mögliche Ausfälle werden erfasst und die jungen Bäume werden vor einer Überwucherung durch Konkurrenzvegetation geschützt.
Diese Arbeiten erfolgen überwiegend in Handarbeit oder mit dem Freischneider. Je nach Standort und Witterungsverlauf müssen die Kulturen zwei bis drei Mal innerhalb einer Vegetationsperiode freigeschnitten werden. Besonders Brombeeren, Adlerfarn, Kermes-beere und andere stark wachsende Pflanzen können den jungen Bäumen Licht, Wasser und Nährstoffe entziehen. Die Kulturpflege ist daher eine wichtige Grundlage dafür, dass sich aus den Pflanzungen stabile und klimaanpassungsfähige Waldbestände entwickeln können.
Die zurückliegende Hitzeperiode hat erneut gezeigt, welchen Belastungen unsere Wälder inzwischen ausgesetzt sind. Nicht nur wir Menschen haben unter den hohen Temperaturen gelitten. Auch die Bäume reagieren auf Hitze, intensive Sonneneinstrahlung und Trockenheit. Besonders junge Pflanzungen stehen in den ersten Jahren unter erheblichem Stress. Aber auch in älteren Beständen sind stellenweise bereits deutliche Kronenverlichtungen als Folge der vergangenen Trockenjahre erkennbar.
Bleibt zu hoffen, dass wir im weiteren Verlauf des Sommers von längeren Hitzeperioden verschont bleiben und stattdessen der ein oder andere Tropfen Wasser vom Himmel fällt.
Im Laufe des Sommers stehen außerdem wieder Arbeiten zur Unterhaltung der Waldwege an. Dazu gehören unter anderem das Freischneiden des Lichtraumprofils sowie das Mulchen der Wegeseitengräben. Soweit möglich werden diese Maßnahmen in die Sommermonate gelegt, um während der Brut- und Setzzeit Konflikte mit der Tierwelt zu vermeiden.
Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für die reguläre Holzernte. Die Maßnahmen wurden bereits im vergangenen Winter geplant und auf die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten abgestimmt. Dabei spielen neben der nachhaltigen Nutzung des Rohstoffes Holz vor allem der Schutz des Waldbodens und die Erhaltung der Bodenfunktionen eine wichtige Rolle.
Aufgrund der häufig grundwasserbeeinflussten und damit sensiblen Standorte im Revier müssen die Arbeiten teilweise früher im Jahr durchgeführt werden. Die eingesetzten Forstmaschinen fahren ausschließlich auf den dauerhaft angelegten Rückegassen, die in der Regel im Abstand von 30 bis 40 Metern verlaufen. Dadurch wird die Befahrung auf einen möglichst kleinen Teil der Waldfläche begrenzt und der übrige Waldboden geschont.
Gerade in den Herbst und Wintermonaten können diese Rückegassen durch anhaltende Niederschläge und aufgeweichte Böden besonders empfindlich sein. Um starke Bodenbeeinträchtigungen und tiefe Fahrspuren zu vermeiden, werden die Holzerntemaßnahmen deshalb möglichst in die trockeneren Monate verlegt.
Verbandsgemeinde Offenbach – Aktuelles aus dem Gemeindewald
Eine Besonderheit im Bereich der Verbandsgemeinde Offenbach ist, dass der gesamte Wald innerhalb eines FFH-Gebietes und Vogelschutzgebietes liegt. Unabhängig davon wird in allen Wäldern auf die Brut- und Setzzeit Rücksicht genommen. In diesem Bereich ist jedoch eine besonders sensible Vorgehensweise erforderlich, da die Lebensräume vieler geschützter Arten erhalten und mögliche Störungen so gering wie möglich gehalten werden müssen.
Aus diesem Grund fanden bisher hauptsächlich notwendige Maßnahmen der Kulturpflege sowie Arbeiten zur Verkehrssicherung statt. Die jungen Pflanzungen wurden kontrolliert, gepflegt und von Konkurrenzvegetation befreit, damit sie sich weiterhin gut entwickeln können.
Im Rahmen der Verkehrssicherung mussten entlang des Klimawanderweges (gleichzeitig Bühne des Chawwerusch Theaters), an einzelnen Waldparkplätzen sowie im Bereich der Draisinenbahn mehrere Gefahrenbäume entfernt werden. Dabei handelte es sich überwiegend um Eschen, die durch das Eschentriebsterben geschädigt waren. Besonders problematisch ist hierbei, dass betroffene Bäume nicht immer von außen eindeutig als geschädigt erkennbar sind. Auch Eschen mit einer scheinbar vitalen grünen Krone können im Stammfußbereich bereits erhebliche Fäulen aufweisen. Dadurch kann die Standfestigkeit stark eingeschränkt sein und eine Gefahr für Waldbesucherinnen und Waldbesucher entstehen.
Nach Abschluss dieser notwendigen Maßnahmen lag der Schwerpunkt auf der Kontrolle und Pflege der bestehenden Kulturen. Gleichzeitig laufen bereits die Vorbereitungen für die kommenden Jahre. Eine wichtige Aufgabe als Revierleiter ist es, die Entwicklung der Waldbestände langfristig im Blick zu behalten und rechtzeitig die richtigen Maßnahmen einzuleiten.
Dazu gehört die Entscheidung, in welchen jüngeren Waldbeständen Mischbaumarten durch gezielte Pflege unterstützt werden müssen. Ebenso müssen ältere Bestände beurteilt wer-den, bei denen die Bäume eine nutzbare Dimension erreicht haben und nachhaltig genutzt werden können. Das dabei gewonnene Holz steht anschließend als vielseitig einsetzbarer Rohstoff zur Verfügung und kann beispielsweise im Bau, für Möbel oder andere Holzpro-dukte verwendet werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Waldumbau. Hier wird geprüft, in welchen Bereichen Ergänzungspflanzungen sinnvoll sind und welche weiteren Baumarten eingebracht werden können, um die Vielfalt und Stabilität der Wälder langfristig zu erhöhen und sie besser auf die zukünftigen Klimabedingungen vorzubereiten.
Holzerntemaßnahmen
Die reguläre Holzernte in den Wäldern der Gemeinden Hochstadt, Offenbach und Essingen wird voraussichtlich Anfang August beginnen. Dabei stehen vor allem junge Eichen-mischwälder im Mittelpunkt. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Entwicklung der sogenannten Zukunftsbäume, kurz Z-Bäume, zu fördern.
Diese ausgewählten Bäume sollen sich langfristig zu besonders stabilen und vitalen Be-standteilen des Waldes entwickeln. Dafür benötigen sie ausreichend Platz, um eine große und gut ausgebildete Krone entwickeln zu können. Deshalb werden konkurrierende Bäume, sogenannte Bedränger, entnommen. Dadurch erhalten die ausgewählten Z Bäume bessere Wachstumsbedingungen und können langfristig stabile und widerstandsfähige Strukturen bilden sowie besonders hochwertige Stämme ausbilden.
Konkret finden diese Arbeiten im Essinger Wald, im Offenbacher Wald entlang des Golfplatzes sowie im Gemeindewald Hochstadt zwischen dem Alten Bahnhof und dem Sportplatz statt.
In der Nähe der Nabu-Hütte steht außerdem eine weitere Hiebsmaßnahme in einem abgängigen Douglasienbestand an. Hier werden vor allem bereits abgestorbene und stark geschädigte Douglasien entnommen. Ziel ist es, die vorhandenen Bäume noch rechtzeitig sinnvoll zu nutzen, solange hierfür noch eine entsprechende Holzqualität und Nachfrage vorhanden ist.
Gleichzeitig werden die durch die Entnahme entstehenden Lücken genutzt, um den Waldumbau aktiv voranzubringen. Durch gezielte Vorausverjüngung und den Vorbau mit geeigneten Baumarten soll bereits frühzeitig die nächste Waldgeneration vorbereitet werden. Auf diese Weise entstehen langfristig strukturreiche Mischbestände, die besser an die zukünftigen klimatischen Bedingungen angepasst sind und die Stabilität des Waldes erhöhen.
Das bei diesen Maßnahmen anfallende Brennholz kann, wie bereits in den vergangenen Jahren bewährt, ab dem 01.09. digital über die Website des Forstamtes Haardt bestellt werden.
Ich hoffe, dass Ihnen diese Informationen einen guten Einblick in die aktuellen Entwicklungen im Revier geben und freue mich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gerne stehe ich Ihnen weiterhin als Ansprechpartner für Fragen rund um den Wald zur Verfügung.
© Landesforsten.RLP.de / Niklas Dengel

© Landesforsten.RLP.de / Niklas Dengel

Verbandsgemeinde Herxheim / Ortsgemeinde Impflingen – Aktuelles aus dem Gemeindewald
Verkehrssicherung und Waldentwicklung
Wie bereits im vergangenen Newsletter beschrieben, lag ein Schwerpunkt der Arbeiten in den vergangenen Monaten auf den Verkehrssicherungsmaßnahmen entlang der L542 und der K44. Die dort seit mehreren Jahren zunehmenden Schäden an den Kiefern sind vor allem auf die anhaltende Trockenheit sowie den starken Mistelbefall zurückzuführen. Im Zuge der Maßnahmen wurden insbesondere bereits abgängige Kiefern entnommen. Bei den Arbeiten zeigte sich zudem, dass viele der betroffenen Bäume im Stammfußbereich bereits deutliche Fäulen aufwiesen und dadurch ihre Standfestigkeit eingeschränkt war.
Gleichzeitig wurde versucht, die notwendigen Eingriffe mit der langfristigen Entwicklung ökologisch wertvoller Waldränder zu verbinden. Der vorhandene Unterstand, der vor allem aus Hainbuche, Buche und vereinzelt Eiche besteht, wurde gezielt erhalten. Zusammen mit den bereits eingebrachten Sträuchern soll sich hier langfristig ein gestufter Waldrand entwickeln. Solche Waldränder erfüllen wichtige ökologische Funktionen. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Tier und Pflanzenarten, erhöhen die Stabilität der angrenzenden Waldbestände und tragen zu einem vielfältigeren Landschaftsbild bei.
Die Verkehrssicherung, insbesondere entlang viel befahrener Straßen, stellt uns als Revierleiter regelmäßig vor schwierige Entscheidungen. Einerseits muss die Sicherheit der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer gewährleistet werden. Andererseits sollen die Kosten der Maßnahmen möglichst wirtschaftlich gehalten werden und gleichzeitig ein ansprechendes Waldbild erhalten bleiben. Deshalb werden häufig längere Abschnitte zusammenhängend bearbeitet, anstatt einzelne Bäume in kurzen Abständen zu entnehmen.
Diese Abwägung zwischen Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Ästhetik ist nicht immer einfach. Die Anforderungen an die Verkehrssicherung haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Ein festes Standardschema gibt es hierbei nicht. Jeder Bestand muss individuell betrachtet und bewertet werden. In der Praxis bedeutet das, verschiedene Maßnahmen abzuwägen und gemeinsam mit der weiteren natürlichen Entwicklung des Waldes Lösungen zu finden.
Neben der Verkehrssicherung bleibt auch die Pflege der jungen Waldbestände ein wichtiger Schwerpunkt. Den ganzen Sommer müssen die in den vergangenen Jahren angelegten Kulturen kontrolliert und gepflegt werden. Besonders in den ersten Jahren entscheidet sich, ob sich die jungen Bäume erfolgreich etablieren können. Neben der Kontrolle möglicher Ausfälle steht dabei vor allem der Schutz vor Konkurrenzvegetation im Mittelpunkt. Durch das Freischneiden erhalten die jungen Pflanzen ausreichend Licht und Raum, um sich langfristig zu stabilen Mischbeständen entwickeln zu können.
Holzerntemaßnahmen
Die diesjährigen Holzerntemaßnahmen beginnen bereits in den kommenden Tagen, voraussichtlich ab Mitte Juli. Wie bereits in den vergangenen Jahren liegt ein Schwerpunkt der Arbeiten auf der Entnahme abgängiger Kiefern. Die mehrjährigen Trockenperioden haben den Kiefern in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Zusätzlich führt der zunehmende Mistelbefall dazu, dass viele Bäume ihre Vitalität verlieren und nach und nach absterben.
Diese Entwicklung stellt uns vor zwei Herausforderungen. Zum einen können abgestorbene und geschwächte Kiefern zu einer Gefahr für Waldbesucherinnen und Waldbesucher werden, insbesondere entlang viel genutzter Wege. Zum anderen verlieren die Bäume mit zunehmendem Absterbeprozess an Holzqualität und können nicht mehr oder nur noch eingeschränkt als wertvoller Rohstoff für die Holz-, Bau- und Möbelindustrie genutzt werden. Ziel der Maßnahmen ist es daher, die betroffenen Bäume rechtzeitig zu nutzen und gleichzeitig die Sicherheit im Wald zu gewährleisten.
Ein Schwerpunkt der Arbeiten liegt im östlichen Herxheimer Wald südlich des Ochsenweges sowie im Bereich der Grabhügel. Diese Bereiche werden von Erholungssuchenden besonders stark genutzt. Im Bereich der Grabhügel erfolgte im Vorfeld ein enger Austausch mit dem Denkmalschutz. Die geplanten Maßnahmen wurden abgestimmt und entsprechend genehmigt, um die Grabhügel als wichtige kulturhistorische Zeugnisse bestmöglich zu schützen.
Aufgrund des Erholungsschwerpunktes ist es unser Ziel, die notwendigen Arbeiten so zügig wie möglich durchzuführen und die Beeinträchtigungen für die Waldbesucherinnen und Waldbesucher möglichst gering zu halten.
Während der Holzerntemaßnahmen müssen aus Sicherheitsgründen einzelne Wege zeitweise gesperrt werden. Wo möglich, werden entsprechende Umleitungen eingerichtet, damit die Erholungsnutzung weiterhin gewährleistet werden kann. Auch das Rheinzaberner Päddel muss für einen begrenzten Zeitraum gesperrt werden.
Die Sperrungen dienen ausschließlich der Sicherheit. Während der Holzernte besteht durch fallende Bäume, Rückearbeiten und den Einsatz großer Maschinen Lebensgefahr. Ich bitte daher bereits im Vorfeld um Verständnis und darum, die Absperrungen unbedingt zu beachten. Auch im Gemeindewald Rohrbach kann es im Zuge der Arbeiten zu kurzzeitigen Sperrungen entlang des Hauptweges kommen. Im Insheimer und Impflinger Wald werden die geplanten Holzerntemaßnahmen voraussichtlich erst im September und Oktober durchgeführt.
Das bei den Holzerntemaßnahmen anfallende Brennholz wird wie in den vergangenen Jahren aufgearbeitet und an den Waldwegen gepoltert bereitgestellt. Ab dem 01.09. bis zum 31.10. kann dieses wieder digital über das Brennholzportal auf der Website des Forstamtes Haardt reserviert werden.
© Landesforsten.RLP.de / Niklas Dengel

