Newsletter Revier Herxheim-Queichwaldungen 1. Quartal 2026

Sehr geehrte Damen und Herren,
dies ist die 12. Ausgabe des Newsletters für das Forstrevier Herxheim-Queichwaldungen. In diesem Newsletter erfahren Sie etwas über die Ereignisse des laufenden Quartals und erhalten einen Ausblick auf das Frühjahr 2026.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Informationen einen guten Einblick in die aktuellen Entwicklungen im Revier geben und freue mich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gerne stehe ich Ihnen weiterhin als Ansprechpartner für Fragen rund um den Wald zur Verfügung.
Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dem neuesten Newsletter. Bei Fragen können Sie mich gerne kontaktieren. 
Herzliche Grüße aus Ihrem Wald

Niklas Dengel 
Kommissarischer Revierleiter des Reviers Herxheim-Queichwaldungen im Forstamt Haardt

AKTUELLER STAND UND AUSBLICK:
Als kommissarischer Leiter des Forstreviers möchte ich mich Ihnen auf diesem Wege vorstellen und freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit den Gemeinden, Waldbesitzenden und allen am Wald Interessierten.
Aufgrund der Übernahme des Reviers und der vielfältigen Herausforderungen in den ersten Monaten gab es etwas zeitliche Verzögerung, doch ich freue ich mich, den Newsletter nun weiterführen zu können.
Die Übergabe eines Forstreviers ist gerade in der Anfangszeit mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Phase ist das intensive Kennenlernen des Waldes, seiner standörtlichen Gegebenheiten, Bewirtschaftungsschwerpunkte sowie der zuständigen Personen und bestehenden Herausforderungen.
Im Zeitraum von Dezember bis Anfang Januar wurden in verschiedenen Bereichen des Reviers Pflanzmaßnahmen durchgeführt. Dabei kamen gezielt Mischbaumarten zum Einsatz, um die Baumartenvielfalt weiter zu stärken. Diese Mischung ist ein wichtiger Baustein zur Risikominimierung im Hinblick auf den Klimawandel. Angesichts zunehmender Wetterextreme und weiterhin bestehender Unsicherheiten hinsichtlich der Reaktion einzelner Baumarten auf veränderte und extreme Bedingungen trägt eine vielfältige Baumartenzusammensetzung wesentlich zur Stabilität unserer Wälder bei. Zusätzlich wurden in den letzten Wochen vermehrt nicht mehr benötigte Wuchshüllen und Zäune an etablierten Kulturen abgebaut. 
Derzeit findet die zweimal jährlich durchzuführende Kontrolle der Verkehrssicherung statt, wobei die bekannten Herausforderungen auftreten, die richtige Balance zwischen Sicherheit und Erhalt wertvoller Bäume zu wahren. Wo immer möglich wird der Schutz der alten, wertvollen Bäume mit der Verkehrssicherung für die Erholungsnutzung in Einklang gebracht, indem z. B. Infotafeln an einem Ort gebündelt werden.
Leider müssen an einigen Stellen dennoch schwierige Entscheidungen getroffen und Bäume gefällt werden. Dies erfordert vorübergehende Einschränkungen oder Absperrungen.
Zusätzlich sind weiterhin Maßnahmen entlang der Straße notwendig, die zeitweise Absperrungen und den Einsatz von Ampelanlagen erfordern. Ziel ist es, die notwendige Entnahme absterbender Kiefern, die häufig durch starken Mistelbefall und Trockenheit geschädigt sind, mit der aktiven Gestaltung naturschutzfachlich besonders wertvoller Waldränder zu verbinden.
Erfreulich ist der erfolgreiche Verlauf der diesjährigen Wertholzsubmission. Ein Teil der angebotenen Stämme stammt aus Maßnahmen der Verkehrssicherung. Besonders positiv ist dabei, dass Bäume, die über Förstergenerationen hinweg gepflegt wurden, nun in Form hochwertiger Möbel, als Furnier oder zur Reifung hochwertigen Weins in Eichenfässern weiterleben.
In den kommenden Wochen und Monaten wird ein Schwerpunkt der Arbeit auf dem Freischneiden und der Pflege der in den letzten Jahren angelegten Pflanzungen liegen. Dabei steht der Schutz der Kulturen vor dem Überwachsen durch Brombeeren und Adlerfarn sowie die Bekämpfung invasiver Arten wie der Kermesbeere im Vordergrund.
Zusätzlich werden die Vorbereitung und Planung der Maßnahmen der kommenden Holzernte und der Wegepflege in den nächsten Wochen eine Hauptaufgabe im Revier sein.
Ich hoffe, dass Ihnen diese Informationen einen guten Einblick in die aktuellen Entwicklungen im Revier geben und freue mich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gerne stehe ich Ihnen weiterhin als Ansprechpartner für Fragen rund um den Wald zur Verfügung.

Verbandsgemeinde Offenbach – Aktuelles aus dem Gemeindewald
Start der Waldbewässerung
Am 11. Februar wurde im Offenbacher Wald mit der bereits seit längerem geplanten Waldbewässerung begonnen. Über das bestehende Grabensystem wird bei geeigneten Bedingungen Wasser in ausgewählte Waldbereiche eingeleitet. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet mit dem Ziel zu untersuchen, wie sich die Maßnahme auf Bodenfeuchte und Bodentemperatur auswirkt und ob dadurch die Vitalität der Waldbestände verbessert werden kann. 
Gleichzeitig wird geprüft, welchen Einfluss die Bewässerung auf die Grundwasserneubildung hat. Umfangreiche Messungen begleiten das Projekt, um mögliche Auswirkungen auf Wasserqualität und Ökosystem frühzeitig zu erkennen. Das Vorhaben gilt als innovatives Pilotprojekt im Umgang mit den Folgen zunehmender Trockenheit. 
Pflanzmaßnahmen in Hochstadt und Offenbach
Die im letzten Newsletter angekündigte große Pflanzmaßnahme im stark klimageschädigten Kiefernbestand bei Hochstadt wurde inzwischen erfolgreich umgesetzt. Die Kiefern leiden dort stark unter anhaltender Trockenheit sowie unter Mistelbefall und verlieren zunehmend an Vitalität. Ziel ist es, den bestehenden Wald schrittweise umzubauen und langfristig zu stabilisieren.
Durch die Pflanzung verschiedener Baumarten – darunter Eiche, Kastanie, Linde sowie kleinflächig Douglasie – soll ein stabiler und klimaanpassungsfähiger Mischwald entstehen, der die geschädigten Kiefern langfristig ersetzt. In den kommenden Jahren sind regelmäßige Pflegearbeiten notwendig, damit sich die jungen Bäume gegen Konkurrenzvegetation durchsetzen können.
Auch im Offenbacher Gemeindewald wurden ergänzend Eichen und Schwarznüsse gepflanzt. Zusammen mit der natürlichen Verjüngung sollen sich hier strukturreiche und zukunftsfähige Mischbestände entwickeln. Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt im Frühjahr ist die sogenannte Kulturpflege – also das Freihalten der jungen Pflanzen von überwuchernder Vegetation. Diese Arbeiten sind zeitintensiv, aber entscheidend, um die Investitionen der Gemeinden in einen klimastabilen Wald langfristig zu sichern.
Verkehrssicherung und Brennholz
Parallel dazu erfolgen die regelmäßigen Kontrollen zur Verkehrssicherheit. Im aktuell laufenden Kontrollgang wurden keine größeren Gefahren festgestellt. Dank der intensiven Vorarbeiten meines Vorgängers sind die erforderlichen Maßnahmen in diesem Frühjahr überschaubar. Lediglich im Bereich des Sportplatzes Hochstadt sowie entlang der Draisinenbahn kann es zeitweise zu kleineren Einschränkungen kommen. Da die Kontrollen im Verbandsgemeindegebiet weitgehend abgeschlossen sind, ist derzeit davon auszugehen, dass bis zum kommenden Herbst keine größeren zusätzlichen Maßnahmen zur Verkehrssicherung erforderlich werden.
In den vergangenen Wochen wurden entlang stark frequentierter Forstwege abgestorbene und absterbende Bäume entfernt. Diese Maßnahmen dienen der Sicherheit der Erholungssuchenden. Das anfallende Holz wird regional verwertet und trägt damit zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Nutzung des Rohstoffs Holz bei. Die meisten Brennholzbestellungen für die laufende Saison konnten inzwischen abgearbeitet werden. Das im Gemeindewald bereitgestellte Brennholz ist nahezu vollständig verkauft.
Ein besonderer Schwerpunkt lag zudem auf der Entnahme abgestorbener Eschen entlang der Hauptwege. Ursache ist das seit einigen Jahren auftretende Eschentriebsterben. Dabei werden die Wurzeln so stark geschädigt, dass Eschen trotz teilweise grüner Krone plötzlich absterben und umstürzen können.
Der Wald im Bereich der Verbandsgemeinde Offenbach liegt sowohl in einem FFH-Gebiet als auch in einem Vogelschutzgebiet. Daher wird besonders auf die Setz- und Brutzeiten geachtet. In dieser Zeit finden keine größeren forstlichen Maßnahmen statt, um die Tier- und Pflanzenwelt zu schützen.

Verbandsgemeinde Herxheim / Ortsgemeinde Impflingen – Aktuelles aus dem Gemeindewald
Verkehrssicherung und Waldentwicklung
Derzeit finden im gesamten Revier der Verbandsgemeinde Herxheim und der Ortsgemeinde Impflingen die turnusmäßigen Kontrollen zur Verkehrssicherheit statt. Neben einzelnen kleineren Maßnahmen im Revier werden entlang der Landesstraße L542 sowie der Kreisstraße K44 größere Arbeiten erforderlich.
In diesen Bereichen sterben seit mehreren Jahren verstärkt Kiefern ab. Ursache sind vor allem anhaltende Trockenheit sowie starker Mistelbefall. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, werden abgestorbene und geschwächte Bäume im Gefahrenbereich – etwa in einer Baumlänge zur Straße – entnommen. Gleichzeitig wird die Gelegenheit genutzt, die Entwicklung strukturreicher und stabiler Waldränder weiter voranzubringen.
Bereits im vergangenen Winter wurden dort gezielt Sträucher und Bäume wie Kornelkirsche, Schwarzdorn, Weißdorn sowie Walnuss gepflanzt. Diese Maßnahmen tragen langfristig zu ökologisch wertvollen und klimastabilen Waldrändern bei.
Im Bereich Herxheim werden die Verkehrssicherungsmaßnahmen an der L542 mit einer regulären Holzernte im angrenzenden Waldbestand kombiniert. Ziel ist es, die bereits stark aufkommende Naturverjüngung zu fördern und damit die nächste Waldgeneration einzuleiten.
Auch im Gemeindewald Herxheimweyher ist im Frühjahr eine Holzerntemaßnahme geplant. Hier wird gezielt aufgelichtet, damit die vorhandene Naturverjüngung ausreichend Licht erhält und sich besser entwickeln kann. Darüber hinaus kann es im gesamten Revier punktuell zu kleineren Verkehrssicherungsmaßnahmen entlang von Wegen und Waldrändern kommen.
In Rohrbach werden in den kommenden Wochen entlang der Hauptwege abgestorbene und abgängige Eschen geerntet, die drohen umzufallen. Dadurch soll die Gefahr umstürzender Bäume für Erholungssuchende verringert werden.
Das bei den Maßnahmen anfallende Holz wird überwiegend regional verwertet. Ein Teil wird als Brennholz bereitgestellt und trägt damit zu einer nachhaltigen Nutzung des heimischen Rohstoffs Holz bei. Die Brennholzbereitstellung für die laufende Saison ist weitgehend abgeschlossen. Restmengen können – je nach Verfügbarkeit – weiterhin angefragt werden.
Im Frühjahr startet wieder die Bärlauchsaison, und auch dieses Jahr findet im Gemeindewald Rohrbach und Herxheimweyher die Bärlauchernte statt. Für die Gemeinden ist dies positiv, da ohne Kosten und Aufwand Einnahmen erzielt werden können.