Aktuelles aus dem Forstamt Westrich
Deutsche Waldtage 2026 verbinden Wald- und Wildgenuss
© Julia Luttenberger

„Wald und Wild im Gleichgewicht" – was heißt das eigentlich? Im Rahmen der Deutschen Waldtage ging das Forstamt Westrich am 19. September gemeinsam mit Naturfreunden dieser Frage auf den Grund.
Forstamtsleiter Florian Kemkes führte durch den Staatswald bei Thaleischweiler-Fröschen. Anhand des Waldbildes konnten die Teilnehmenden direkt vor Ort erleben, welchen positiven Einfluss die Jagd auf die Entwicklung von Jungbäumen hat: Der regulierte Rehbestand sorgt dafür, dass sich der Wald natürlich verjüngen kann und auch besonders fressgefährdete Baumarten wie Eichen eine Chance haben – ganz ohne Wuchshüllen, Zäune und andere Schutzmaßnahmen. Während der Rundtour konnte die Gruppe 15 verschiedene Baumarten zählen, aus denen sich der dortige Mischwald zusammensetzt. Je mehr Baumarten in einem Wald vorkommen, desto stabiler ist er, auch wenn einzelne Arten den Klimawandel zukünftig nicht überleben.
Im Anschluss an die Wanderung kehrte die Gruppe ins Landhotel Weihermühle ein, das als Kooperationspartner der Veranstaltung eine Wildverkostung anbot. Dabei wurde Rehfleisch auf vier kreative und köstliche Arten zubereitet: als Rehrücken im Teigmantel, hauchfein aufgeschnitten als Carpaccio, als herzhafter Tartar und als Minischnitzel mit Kürbiskernpanade. Danach stand für alle fest: Regional gewonnenes Wildbret ist ein hochwertiges, überraschend vielseitiges Lebensmittel und passt zu jeder Jahreszeit.
„Gemeinsam gießen“ – Neue Kunstaktion in Pirmasens
© Pixabay

Mit welchen Gefahren unser Wald zurzeit kämpft, kann man aktuell vor dem Forum Alte Post in Pirmasens eindrücklich sehen: Dort steht eine Kunstinstallation des Künstlers Thomas Brenner, die den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf den Wald thematisiert.
Ergänzend dazu startet am Montag, den 17.08. um 14 Uhr eine gemeinsame Kunstaktion von Thomas Brenner und dem Forstamt Westrich. Sie soll das hochaktuelle Thema „Wasserknappheit im Wald“ erlebbar machen.
Dazu wird auf dem Vorplatz eine junge Eiche im Topf platziert sowie ein voller Wassertank, zwei Gießkannen und ein Hinweisschild, das zum Gießen aufruft.
12 Tage lang ist gemeinschaftliches Handeln durch die Passantinnen und Passanten gefragt: Werden sie das Bäumchen ausreichend wässern und vor dem Vertrocknen bewahren? Wenn es gelingt, wird der Baum nach der Aktion am 28.08. als Geschenk an die Stadt in den Strecktalpark gepflanzt.
Neuer Luchs im Pfälzerwald ausgewildert
© ©Landesforsten.RLP.de/Natalie Hanß

Am 22. Juni 2026 wurde frühmorgens im Pfälzerwald ein männlicher Luchs ausgewildert. Das einjährige Tier, das den Namen „Koda“ trägt, stammt aus einem speziellen Nachzuchtprogramm, an dem der Tiergarten Nürnberg beteiligt ist.
Durchgeführt wurde das Auswilderungsprojekt von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft.
Mehrere Angestellte des Forstamts Westrich verfolgten die Freilassung gebannt – schließlich ist es der erste Luchs, der im Forstamtsbezirk ausgewildert wurde. Die ersten Meter in Freiheit legte der Luchs im Sprint zurück, drehte sich aber auf halber Strecke noch einmal um und entzog sich anschließend im hohen Farn den Blicken.
Wir hoffen, dass Koda in der Region ansässig wird und mit gesunden Nachkommen zum dauerhaften Erhalt der Luchspopulation im Pfälzerwald beiträgt.
Vogelkonzert mit Überraschungsgast
© Landesforsten.RLP.de/Jannis Hämpel

© Landesforsten.RLP.de/Natalie Hanß

Am Samstag, den 21. März brach der Hobby-Ornithologe Uwe Groh gemeinsam mit neun Teilnehmenden zur Vogelstimmenwanderung im Pfälzerwald auf.
Langschläfer mussten sich für die Veranstaltung ihren Wecker ungewohnt früh stellen: Da viele Vogelarten nur in den frühen Morgenstunden singen, startete die Tour bereits um 7 Uhr im kühlen Frühlingswald. Insgesamt 17 Vogelarten konnte die Gruppe während der Wanderung durch den Wald und entlang einer Kiesgrube bestimmen – darunter Schwarzspecht, Tannenmeise, Rotkehlchen und Waldbaumläufer.
Zusätzlich wurden die Teilnehmenden mit einem ganz besonderen Naturerlebnis überrascht: Wenige Meter vom Weg entfernt döste ein ausgewachsener Luchs auf einem Felsen und ließ sich von den Menschen nicht aus der Ruhe bringen!
Den gemütlichen Abschluss fand die zweistündige Wanderung in einer Pflanzgartenhütte des Forstamts, wo bereits das Feuer im Holzofen knisterte und ein Frühstückbüffet mit regionalen Bio-Produkten aufgetischt war.
Neue Wetterschutzhütte im Lemberger Wald
© Landesforsten.RLP.de/Natalie Hanß

Seit wenigen Wochen können Erholungssuchende im Pfälzerwald bei Lemberg in eine Wetterschutzhütte mit einzigartiger Formgebung einkehren.
Die feierliche Einweihung übernahm am 6. Februar Umweltministerin Katrin Eder, indem sie gemeinsam mit Landrätin Dr. Susanne Ganster vor über 50 Gästen symbolisch den letzten Nagel zur Fertigstellung des Gebäudes einschlug.
Das Schild im Giebel hatte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land, Klaus Weber, in seiner Werkstatt selbst angefertigt. In großen Lettern weist es fußmüden Wanderern bereits aus der Ferne den Weg und verleiht dem Bauwerk seinen neuen Namen: Langenberghütte.
Die Schutzhütte und die Inneneinrichtung bestehen aus lokalem Holz und Buntsandstein, die Schindeln wurden im Schwarzwald handgefertigt und sind nach dem Label „Holz von Hier“ zertifiziert. Es handelt sich um ein Förderprojekt aus dem Klimabündnis Bauen des Landes Rheinland-Pfalz, das vom Pfälzerwald-Verein Lemberg unterstützt wurde.

Kostenloses Angebot für Schülerinnen:
Ein Tag als Försterin
Im Rahmen des deutschlandweiten „Girls’Day“ lädt das Forstamt Westrich am Donnerstag, den 23.04.2026 neun Schülerinnen herzlich ein, gemeinsam den Beruf Försterin zu erkunden!
Die jungen Nachwuchstalente haben die Möglichkeit, unsere Revierförsterin Maria bei ihrer täglichen Arbeit in den Wald zu begleiten und Spannendes über die Natur, die Forstwirtschaft und den Traumberuf im Grünen zu lernen.
Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an: natalie.hanss(at)wald-rlp.de
Anmeldeschluss ist der 16.04.2026, das Mindestalter beträgt 10 Jahre.
Ausführliche Informationen gibt es hier.
Gemeinsam für den Wald – Wir tun was!
NACHHALTIGKEIT heißt ...
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... neue Bäume pflanzen
Schüler und Schülerinnen der IGS Thaleischweiler-Fröschen fördern mit Pflanzaktion die Baumvielfalt
Am Mittwoch, den 17.12.2025 fand zum vierten Mal eine gemeinsame Pflanzaktion der Integrierten Gesamtschule Thaleischweiler-Fröschen und des Forstamts Westrich statt. Insgesamt 45 Schülerinnen und Schüler haben während der Aktion im Staatswald bei Thaleischweiler junge Buchen unter einen Fichtenbestand gepflanzt. Auf diese Weise soll dort zukünftig ein Mischwald entstehen. Mehr als 100 Jungbäume erhielten während der Aktion einen neuen, dauerhaften Standort.
Vom Forstamt Westrich waren der zuständige Regionalförster Martin Reinhard und die Mitarbeiterin Natalie Hanß vor Ort. Sie leiteten die Teams bei der Waldarbeit an und brachten den Heranwachsenden die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald und die ökologische Bedeutung eines Mischwaldes näher.
© Landesforsten.RLP.de/Natalie Hanß

... nachwachsende Bäume schützen
Sparkasse Südwestpfalz fördert Eichen und Weißtannen beim Wachsen
Am 8. Mai 2025 haben Freiwillige der Sparkasse Südwestpfalz im Wald bei Ruppertsweiler einen halben Tag lang tatkräftig mitangepackt. Eine Gruppe brachte Kunststoffhüllen um vom Forstamt gepflanzte Weißtannen an. Dadurch sind die jungen Bäume vor dem Verbiss durch Rehe geschützt. Sobald die Tannen groß genug sind, werden die Hüllen wieder entfernt.
Eine zweite Gruppe rückte mit Sägen und Astscheren zahlreichen Buchen zu Leibe, die eine junge Eichenkultur mit der Zeit verdrängt hätten. Durch herabfallende Bucheckern werden sich in den kommenden Jahren erneut Buchen auf der Fläche ansiedeln. Bis dahin haben die Eichen aber einen wichtigen Wachstumsvorsprung. Zum Abschluss der gelungenen Aktion gab es für die „Roten Engel“ Wildbratwürste vom Grill.
© Landesforsten.RLP.de/Natalie Hanß

... nachwachsende Bäume schützen
VR-Bank Südwestpfalz entfernt Wuchshüllen aus junger Kultur
Freiwillige der VR-Bank Südwestpfalz kamen am 24.04.2026 im Gemeindewald Bottenbach zusammen, um dem Wald etwas Gutes zu tun. In diesem Fall hieß das: Junge Bäume aus ihren Wuchshüllen zu befreien.
Die Bäume, darunter Eichen, Linden und Hainbuchen, waren einige Jahre zuvor gepflanzt worden, um als zukünftiger Mischwald abgestorbene Fichten zu ersetzen. Als Schutz vor dem Verbiss durch Rehe erhielt jeder Baum eine Wuchshülle. Da es sich um Kunststoff handelt, sind die Hüllen nicht biologisch abbaubar und müssen wieder entfernt werden, sobald die Bäume eine Mindesthöhe erreicht haben.
In Teamarbeit haben sich die Angestellten der VR-Bank durch die stark zugewachsene Fläche gekämpft, die Wuchshüllen abgebaut und zum Abtransport am Wegrand gesammelt. Innerhalb weniger Stunden konnten auf diese Weise mehrere Hundert Plastikhüllen gesammelt und der junge Wald von dem Fremdmaterial befreit werden.
