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Wildkatzenkinder - Achtung Verwechslungsgefahr!

Die Wälder von Rheinland-Pfalz sind Heimat einer seltenen Waldbewohnerin: die streng geschützte Europäische Wildkatze kommt auch hier in der Region vor.

Wenn Sie graue, getigerte Katzenkinder im Wald sehen, ist es wahrscheinlich, dass es sich um Wildkatzen Nachwuchs handelt. Während die Wildkatzenmutter auf Jagd ist oder sich von den Menschen versteckt, sind die Kätzchen alleine und warten auf ihre Rückkehr.

Leider kommt es immer wieder vor, dass Waldbesucher*innen verspielte und alleine umherstromernde Wildkätzchen mitnehmen, da sie die Tiere für ausgesetzte Hauskatzen in Not halten. Die Mitnahme nach Hause, sowie das Abgeben in Tierheimen oder Tierarztpraxen haben für die Wildtiere oft tragische Folgen, da sie weder an ein Leben in Gefangenschaft gewöhnt sind, noch mit Hauskatzennahrung oder Katzenkrankheiten umgehen können.

Die kleinen Wildkätzchen sind Wildtiere und wollen es bleiben! Ihre Heimat ist die Natur, sie sind nicht zähmbar und brauchen im Normalfall keine menschliche Hilfe. Bitte lassen Sie daher grau getigerte Kätzchen im Wald. Das Projekt „Vorsicht Wildkatze“ informiert über die Thematik, bitte wenden Sie sich daher bei Unsicherheit an den BUND-Kontakt www.bund.net/wildkatzenkontakt oder bei der Wildkatzen Hotline 036254 /865180.


Wildunfälle

Jährlich ereignen sich in Deutschland rund 200.000 Wildunfälle. Dabei kommt es, je nach Schwere des Unfalls, zu erheblichen Schäden bei allen Unfallbeteiligten: neben einem verletzten oder toten Wildtier und Schäden am Fahrzeug sind leider auch Personenschäden zu verzeichnen.

Wildunfälle vermeiden

Wildtiere sind insbesondere in der Dämmerung aktiv. Seien Sie bei Fahrten in der Morgen- und Abenddämmerung besonders aufmerksam, achten Sie auf reflektierende Wildaugen an den Fahrbahnrändern. Passen Sie besonders auf, wenn bereits ein Wildtier die Straße überquert hat, oft folgen weitere Tiere.

Streckenabschnitte, an denen es häufiger zu Wildunfällen kommt, sind mit dem Schild „Wildwechsel“ (rotes Dreieck mit dem Symbol eines springenden Rehbocks) gekennzeichnet. Reduzieren Sie hier die Geschwindigkeit uns seien Sie besonders aufmerksam und bremsbereit.

Wildunfall- und nun?

Nachfolgend finden Sie ein paar Verhaltenstipps wie Sie nach einem Wildunfall vorgehen sollten:

Sichern der Unfallstelle und Erste Hilfe

  • Begeben sie sich auf keinen Fall in Gefahr- es empfiehlt sich bei Verlassen des Autos eine Warnweste anzuziehen, um für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar zu sein
  • Schalten Sie die Warnblinkanlage ein und stellen Sie das Warndreieck auf
  • Leisten Sie erste Hilfe bei Personenschäden

Meldung bei der Polizei

  • Rufen Sie bitte unbedingt die Polizei um den Wildunfall zu melden- auch wenn Ihr Fahrzeug nur geringen Beschädigungen aufweist, ist das Wildtier dennoch meist verletzt und muss gesucht werden
  • Die Polizei verständigt den zuständigen Förster oder Jagdpächter, der sich dann um die Nachsuche kümmert. Merken Sie sich die Unfallstelle und die Fluchtrichtung des Wildtiers, markieren Sie wenn möglich die Unfallstelle.

Umgang mit dem Wildtier

  • Folgen Sie dem Wildtier nicht, wenn es nach dem Unfall geflüchtet ist
  • Liegt das Tier verletzt in Sichtweite, nähern Sie sich auf keinen Fall, warten Sie auf das Eintreffen der Polizei und/oder des Jagdpächters
  • Wurde das Wildtier durch den Unfall getötet, ziehen Sie es wenn möglich, an den Rand der Fahrbahn. Tragen Sie dazu unbedingt Handschuhe um sich vor Infektionen oder Verschmutzung zu schützen
  • Sie dürfen das Tier auf keinen Fall mitnehmen- das wäre Wilderei

Schadensregulierung

  • Freilebendes Wild ist herrenlos, Forstamt oder Jagdpächter haften nicht für den Schaden
  • Melden Sie den Wildunfall unverzüglich bei Ihrer KFZ Versicherung
  • Bei einem Unfall mit Haarwild (Rehe, Wildschweine, Füchse, Hasen etc.) reguliert die Kaskoversicherung den Schaden
  • Die Wildunfallbescheinigung zur Vorlage bei Ihrer Versicherung bekommen Sie von der Polizei oder vom Jagdausübungsberechtigten, ggf. wird ein Entgelt erhoben

Maikäferflug 2023 im Bienwald

Alle 50 bis 70 Jahre neigt der Maikäfer zu einer Massenvermehrung, wobei eine Maikäfergeneration 4 Jahre dauert. Der Generationenwechsel erfolgt für die gesamten Bienwald-Population mehr oder weniger zeitgleich.

Seit etwa 1983 ist der Maikäfer im Bienwald wieder in Ausbreitung begriffen. Besonders seit 1999 nahm sein Vorkommen sehr stark zu

Mit dem Absterben von Laubbäumen nimmt teilweise auch die Gefährdung durch andere Insekten zu. In entstehenden Lücken etablieren sich heute oft auch invasive Neophyten (neueingebürgerte Pflanzen), wie beispielsweise die Kermesbeere und die Spätblühende Traubenkirsche, welche die Neuansamung heimischer Baumarten erschweren können.

Zwischen der Zunahme des Maikäfers und der Problematik des Klimawandels besteht kein direkter Zusammenhang, jedoch speichern Bäume in ihrem Holz in großem Umfang CO².Pro ha Wald in Rheinland-Pfalz sind dies über 300 Tonnen. Sterben viele Bäume, kann der Wald nur noch weniger von diesem Treibhausgas speichern.

Im Sinne des Klimaschutzes aber auch der sonstigen Waldfunktionen fördert das Forstamt deshalb ganz gezielt das Nachwachsen von jungen Bäumen durch natürliche Ansamung widerstandsfähigerer Baumarten, wie z.B. der Kiefer. Gezielte Pflanzungen auch sonstiger Bäume erfolgen, wo erfolgversprechend. Gleichzeitig sollen über Pflanzversuche neue Erfahrungen zur Resistenz von Baumarten gewonnen werden. Der Schutz gefährdeter junger Bäumen vor Wildverbiss erfolgt durch technische Schutzmaßnahmen und jagdliches Management.

 

Mehr Informationen zum Maikäfer im Bienwald finden Sie unter folgendem Link

Landesforsten Rheinland-Pfalz | Forstamt Bienwald | Der Maikäfer (rlp.de)

und im Bienwaldfilm

Landesforsten Rheinland-Pfalz | Forstamt Bienwald | Lebensraum Bienwald - von Eichen und anderen Waldbewohnern (rlp.de)