Forstamt Bienwald

 

Willkommen beim Forstamt Bienwald

In der oberen Rheinebene zwischen Rhein und Reben (deutsche Weinstraße) gelegen, erstreckt sich der Bienwald im südlichen Rheinland-Pfalz entlang der deutsch - französischen Grenze. Ein ökologisches Juwel im Herzen Europas.

Mehr dazu in unserem 4-teiligen Bienwaldfilm der Präsentation "Unsere "Dicken Eichen", die Baumveterane des Bienwaldes", sowie auf den folgenden Seiten.

 

+++AKTUELL +++ AKTUELL +++ AKTUELL +++

 

Brennholz Herbst/Winter 2022/2023

Das Bestellforumlar für die Saison 2022/2023 finden Sie hier

 

Die Rotbuche- Baum des Jahres 2022

Wissenswertes

Der Name kommt von dem leicht rötlichen Einschlag des Holzes. Die häufigste Laubbaumart in Deutschlands Wäldern. In Deutschland bis zu 350 Jahre alt und bis zu 45 m hoch. Die Älteste Europas steht in den österreichischen Kalkalpen und ist 550 Jahre alt. Einzigartig unter den Waldbäumen ist ihre bis ins hohe Alter glatte, silbergraue Rinde. Diese ist jedoch äußerst empfindlich gegen direkte Sonneneinstrahlung.

Verbreitung

Wärme und Trockenheit mag sie nicht. Deswegen ist sie in Südeuropa nur in höheren Berglagen zu finden. (In Sizilien auf 2250 m). Der hohe Norden und Osten Europas ist ihr zu kalt. Im Westen geht ihr Verbreitungsgebiet bis zur Atlantikküste. So lange mindestens 650 mmm Regen im Jahr fallen, geht es der Buche gut. Sie kommt auf allen Waldstandorten gut zurecht, außer in Auwäldern, Mooren, Sümpfen und auf sehr trockenen Böden.

Das Schattenreich

Unter dem dichten Kronendach der Buchen können außer Eiben, Stechpalmen und Weiß-Tannen keine der anderen Baumarten lang überleben. Junge Buchen können über Jahrzehnte in diesem Schatten ausharren und wachsen sofort los, wenn durch einen abgestorbenen Baum ausreichend Licht durch das Kronendach fällt. Bei uns könnte dank dieser Schattenstrategie die Buche, wenn man ihr genügend Zeit dazu lassen würde, ca. 2/3 der derzeitigen Waldfläche erobern. Besonderheit, die Hallenwälder! Es handelt sich hierbei um hochgewachsene Buchen ohne Zwischen - und Unterwuchs. Diese wirken wie riesige natürliche Kathedralen. Sie erscheinen höchst artenarm. Dies stimmt nur im Hinblick auf die Anzahl der Pflanzenarten. Der Schwerpunkt der spezifischen Artenvielfalt der Buchenwälder findet sich jedoch in erster Linie bei den Pilzen und Insekten, besonders dort, wo in alten Buchenwäldern viel abgestorbenes Holz verbleibt.

Waldgeschichte

Die Buche wurde die am stärksten durch den Menschen zurückgedrängte Baumart in Deutschland. Mitteleuropa war zum Beginn des Mittelalters das Buchenland schlechthin. Als hier die ersten dauerhaften Siedlungen und Städte entstanden, begann das große Waldroden. Dies ging so weit, dass anfangs 18. Jahrhunderts eine massive Holzverknappung einsetzte. Ende des 18.  Jahrhunderts wurden dieser mit großen Aufforstungsprogrammen gegengesteuert. Jedoch nicht mit der Buche, sondern weitgehend mit Fichte und Kiefer, da von diesen Baumarten eine ausreichende Menge an Saat - und Pflanzgut zur Verfügung stand.

Klimawandel

Keine unserer Waldbaumarten hat die Trockenheit mit sommerlichen Hitzeperioden in den Jahren 2018 bis 2020 unbeschadet überstanden. Auch die Buchen waren betroffen. Im gesamten Bienwald beobachten wir derzeit ein verstärktes Absterben . Zusätzlich kommt im östlichen Bienwald noch der starke Wurzelfraß der Engerlinge einer großen Maikäferpopulation hinzu. Wir müssen davon ausgehen, dass starke Buchen aus diesen Waldgebieten zunächst verschwinden werden. Ihr genetisches Anpassungspotential gilt als sehr hoch. Wir rechnen aber damit, dass die nachwachsenden jungen Bäume sich stetig an die sich ändernden klimatischen Bedingungen anpassen werden. Die Buche ist fast überall in Deutschland präsent. Viele Waldflächen, von denen die Fichte sich jetzt absehbar zurückziehen wird, waren vormals für Buchen gut geeignete Standorte. Die Buche wird ihren alten Lebensraum wieder zurückerobern.

Die Buche, das Wasserwerk des Waldes

Während in den ganzjährig grünen Nadelholzbeständen ein erheblicher Teil des Jahresniederschlags in den dicht benadelten Kronen hängen bleibt und wieder verdunstet, fließt bei der im Winter kahlen Buche ein Großteil der Niederschläge als Stammabfluss direkt in den wasserspeichernden Waldboden.

Holznutzung

Sehr hart, aber sehr anfällig gegen Feuchtigkeit. Deswegen nur im Innenbereich zu Fußböden, Treppen, Möbeln, Küchenutensilien und Spielzeug. Furniere, Sperrholz-und Schichtholzplatten spielen auch eine große Rolle. Neu ist die Verwendung als Schichtholzbalken und Konstruktionsholz als Ersatz für Fichtenholz im Hausbau. Buche ist auch als Brennholz und zur Holzkohlegewinnung sehr beliebt.

 

Quellennachweis der Zusammenfassung aus dem Flyer, “Baum des Jahres“ 2022

 

 

Aktuelles aus dem Pflanzgarten

Auch 2022 rechnen wir, sofern das Wetter mitspielt, mit weiteren 25000 Bäumchen.

Die Esskastanie stammt ursprünglich aus dem Süden Europas und wurde bereits vor 2000 Jahren von den Römern in der Südpfalz angesiedelt.Weil sie gut mit Trockenheit auskommt, zählt sie zu den Hoffnungsträgern, die evtl. besser mit den Klimaänderungen zurecht kommt.

Der Wald der Zukunft wird jedoch absolut kein reiner Esskastanienwald werden.

Wir Forstleute setzen viel mehr darauf, dass sich die natürliche Verjüngung unserer heimischen Buchen, Eichen und Kiefern in bunter Baumartenmischung der Klimaveränderung stetig anpassen wird. Das bedeutet, die neu heranwachsenden Bäume werden mit der Trockenheit besser klar kommen, als ihre Vorfahren.

 

Maikäfer im Bienwald- weiterhin auf dem Vormarsch

Rastermäßig verteilt wurden in den vergangenen Wochen im gesamten östlichen Bienwald über 400 Probegrabungen vorgenommen.Pro Quadratmeter Waldboden konnten dabei im Durchschnitt bis zu 14 Maikäferengerlinge gefunden werden.Das ergibt rechnerisch allein für das Forstrevier Langenberg eine unglaubliche Anzahl von derzeit fast 280 Millionen Individuen.Die Maikäfer sind zur Zeit im 3. Jahr ihrer Entwicklung.Diese geschieht als Larve (Engerling)im Waldboden über einen Zeitraum von 4 Jahren.Mit einem Flugjahr rechnen wir in 2023.

Welche Auswirkungen hat das Sympathie-Insekt Maikäfer auf den Wald?

Die Larven des Waldmaikäfers, die sogenannten Engerlinge, entwickeln sich über einen Zeitraum von ca. 4 Jahren im Waldboden.Sie ernähren sich ausschließlich von Wurzeln.Ohne diese kann sich der Baum nicht ausreichend mit Wasser versorgen und verliert zunehmend seine Standfestigkeit.Hinzu kommt die zunehmende Trockenheit.

Das Ergebnis: Bäume jeglichen Alters sterben ab, Astabbrüche bis zum Umsturz ganzer Bäume sind die Folge.Die Kontrolle und das Beseitigen dieser betroffenen Bäume entlang von Straßen und Erholungsschwerpunkten bindet mittlerweile einen erheblichen Teil unserer Arbeitskapazitäten-ein Restrisiko verbleibt jedoch immer.Der Wald ist ein Naturraum, zu welchem auch absterbende Elemente gehören.Nachwachsenden Jungbäumen wird durch den Fraß jegliche Grundlage zum Leben genommen.Nur gesunde Bäumchen habe eine Chance, sich in Zukunft an den Klimawandel anzupassen.

Derzeit gibt es keine Bekämpfungsmöglichkeiten.Wir können nur auf die natürlichen Gegenspieler setzen(z.B. Pilze im Boden, Futter für Wildschweine).

 

Ausbildung bei Landesforsten?!

Die Informationen erhaltet Ihr auf unserer Hauptseite (im Menü rechts)