Aktuelles

Gemeinsam auf der Suche nach Borkenkäfern

Die privaten Borkenkäfer-Monitoring-Kräfte mit ihren neuen Smartphones

Das Forstamt Gerolstein wird ab sofort von 23 privaten Kräften bei der Suche nach Borkenkäferbäumen unterstützt. Nach einem öffentlichen Aufruf hatten sich viele Interessierte gemeldet, die beim Schutz der Wälder mithelfen wollen. Denn der Temperaturanstieg und die Trockenheit der letzten Jahre haben die Wälder in Rheinland-Pfalz enorm geschwächt. Eine hohe Anfälligkeit für den Borkenkäfer und dessen Massenvermehrung werden erwartet, auch in den höheren, kühleren Lagen der Eifel.
„Mit dem eigenem Personal sind wir nicht in der Lage, alle Waldflächen des Forstamtes regelmäßig zu kontrollieren. Deshalb bin ich froh, dass sich so viele engagierte Menschen gefunden haben, die uns unterstützen wollen“, so Stephan Schmitz, Büroleiter des Forstamtes Gerolstein.
Den Helferinnen und Helfern wurden Smartphones von Landesforsten RLP zur Verfügung gestellt. Eine Einweisung in die Geräte erfolgte vor Ort durch Forsträtin Dr. Melissa Stiers. Sie arbeitet zusammen mit anderen Experten im „Lagezentrum Borkenkäfer“.
Vom Borkenkäfer befallene Fichten müssen sehr schnell notgefällt werden, um ein Ausschwärmen des Insekts und dessen weitere Verbreitung im Laufe des Sommers einzudämmen. Symptome befallener Bäume sind vertrocknete Äste, Nadelverlust, Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm. Wenn diese Kennzeichen im Wald entdeckt werden, werden der Standort und die Zahl der Bäume mittels einer App aufgenommen. 
Zeitnah werden die im Wald erfassten Informationen an die Revierleitungen weitergeleitet, die sich dann um das Entfernen der Bäume kümmern. Um schnell reagieren zu können, werden hierbei oft sogenannte Vollernter eingesetzt.
„Jedem von uns sind mehrere Helfer zugeordnet“, erklärt Simon Goeser, in dessem Revier die Einweisung stattfand: „So erhalten wir schnell notwendige Informationen und bekommen einen Überblick über die aktuelle Situation im Wald“. 
Die hohe Zahl der privaten Monitoring-Kräfte zeigt die starke Verbindung der Menschen mit ihrem Wald. „Ich bin Privatwaldbesitzer und Mitglied im Gemeinderat und möchte auch etwas dafür tun, dass unser Wald erhalten bleibt“, so ein Helfer aus Birresborn: „Unser Wald ist unserer wichtigstes Kapital und von seinen vielfältigen Leistungen profitieren alle Bürger.“


Info: Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Landesforsten Rheinland-Pfalz unter https://www.wald-rlp.de/bewahren/waldschutz-schutz-vor-gegenspielern/borkenkaefer/.
 

Forstämter im Vulkaneifelkreis und Waldbauverein Daun

AUFRUF an alle Waldbesitzer: Kontrollieren Sie Ihren Wald und helfen Sie so die Borkenkäferkalamitäten in der Eifel einzudämmen!

Die Waldbestände sind durch starke Trockenheit des vergangenen Sommers erheblich geschwächt. Viele Borkenkäfer haben den Winter in der Borke und der Nadelstreu überlebt und werden ab Mitte April, ab einer Temperatur von etwa 16,5 Grad, ausschwärmen. Dann befallen sie weitere Fichten und vermehren sich exponentiell. Der verursachte Schaden steigt mit jeder Generation um den Faktor 20. Das heißt: Die aus einer befallenen Fichte ausfliegenden Käfer reichen aus, um 20 Fichten zum Absterben zu bringen. Mit dem Ausfliegen der nächsten Käfergeneration kostet es 400 Fichten das Leben und die dritte Käfergeneration befällt 8.000 Fichten.

Helfen Sie bitte mit, die Waldschäden zu reduzieren und kontrollieren Sie daher Ihre Waldbestände. Sorgen Sie bitte für eine rechtzeitige Aufarbeitung des Käferholzes, damit bruttaugliches Material und Fichten, von denen weitere Infektionsgefahr ausgeht, schnellstmöglich aus dem Wald heraus gebracht werden. Je nach Witterung dauert es gerade einmal sechs bis acht Wochen bis sich aus den abgelegten Eiern neue Käfer entwickelt haben. Weiterführende Hinweise und Informationen zum Borkenkäfer-Monitorting finden Sie hier:  https://tinyurl.com/t5svmekr

 

Als Waldbesitzer sind Sie gemäß § 15 Landeswaldgesetz (LWaldG) verpflichtet, die dem Wald durch Brand und Naturereignisse sowie durch Übervermehrung von Pflanzen und Tieren drohenden Gefahren zu verhüten und zu bekämpfen. Auch für die Verkehrssicherheit Ihrer Wälder sind Sie verantwortlich.

Der Waldbauverein Daun mit seiner Holzvermarktungsgesellschaft DWH Wald und Holz Forst-Service GmbH und die Forstämter Daun, Gerolstein und Hillesheim unterstützen Sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten gerne:

  • Kostenlose Beratung vor Ort in Ihrem Wald durch die Privatwaldbetreuungs-Revierleitungen
  • Vermittlung von Unternehmern zur Aufarbeitung des Holzes durch die Privatwaldbetreuungs-Revierleitungen und die DWH und Vermarktung des anfallenden und verwertbaren Holzes durch die DWH.
  • Mithilfe bei der Organisation begleitender Maßnahmen wie zum Beispiel Straßensperrungen im Zusammenhang mit der Schadholz-Aufarbeitung.

Kontaktdaten:

  • Privatwaldbetreuungsförsterin Ingrid Lamour, Forstamt Daun, Tel. 01522 8851207
  • Privatwaldbetreuungsförster Richard Hansen, Forstamt Hillesheim, Tel. 01522 8851719
  • Privatwaldbetreuungsförsterin Kerstin Müller, Forstamt Gerolstein, Tel. 0162 2519505
  • DWH Wald und Holz Forst-Service GmbH, Tel. 06592/ 9847545, Email: info(at)dwh-forstservice.de
  • Waldbauverein Daun e.V., Tel. 06592/9847535, Email: info(at)waldbauverein-daun.de

Unterstützung im Borkenkäfer-Monitoring

Forstämter Hillesheim und Gerolstein

Borkenkäferbäume

Die Forstämter Hillesheim und Gerolstein suchen für die Monate April bis Oktober 2023 ortskundige, geeignete Personen, die bei der Borkenkäferüberwachung in den heimischen Wäldern die Revierleitungen unterstützen können. 

In abgegrenzten Überwachungsgebieten sollen nach örtlicher Einweisung durch die Forstämter wöchentlich die Waldbestände auf frischen Borkenkäferbefall kontrolliert, der Stehendbefall markiert und die zuständige Revierleitung zeitnah informiert werden.

Seitens der Forstämter wird ein pauschales Gesamthonorar angeboten, welches sich an der Größe des zu überwachenden Waldgebietes ausrichtet und individuell vereinbart wird.   

Dadurch wird ausdrücklich kein Arbeitsverhältnis gegründet.

Interessenten wenden sich bitte unmittelbar an die örtlich zuständigen Revierleitungen,

an das Forstamt Hillesheim Tel: 06593/20860-0; E-Mail: forstamt.hillesheim@wald-rlp.de

oder an das Forstamt Gerolstein Tel: 06591/9823-0; E-Mail: forstamt.gerolstein(at)wald-rlp.de

Forstamt Gerolstein „Wirft“ den Naturschutz nach vorn!

Das Forstamt Gerolstein hat entlang des Wirfttals bei Stadtkyll am Verlauf der Wirft Platz für eine naturgemäße Vegetationsentwicklung geschaffen.

default

Das Forstamt Gerolstein hat im Frühjahr und im Herbst 2022 im Gemeindewald der Gemeinden Schüller und Stadtkyll sowie auf landeseigenen Flächen den Verlauf der Wirft naturschutzfachlich stark aufgewertet. Mit bodenschonenden Verfahren sind entlang des Wasserverlaufes Fichten entnommen worden, um Platz für eine naturnahe Pflanzenentwicklung zu schaffen.
Im Frühjahr und im Herbst 2022 wurden entlang der Wirft, im Wirfttal bei Stadtkyll in zwei Maßnahmen mit bodenschonenden Verfahren Fichten entnommen, um so Freiraum für eine natürliche Pflanzenentwicklung entlang des Gewässers zu schaffen.
Die zuständige Försterin Anna Hahn und Förster Norbert Bischoff haben die Maßnahme gemeinsam mit dem Biotopbetreuer Gerd Ostermann sowie dem Forstamt geplant und umgesetzt. 
Eine natürliche Vegetation entlang von Gewässern besteht aus Erlen, Eichen, Weiden und vielen weiteren Baum- und Straucharten. Von diesem natürlichen Zustand waren wir hier im Wirfttal weit entfernt sagt Förster Norbert Bischof. 
Fichten gehören nicht an Gewässer, so Försterin Anna Hahn. Die Nadeln von Fichten weisen einen geringen PH-Wert auf und sind sehr sauer. Fallen diese in das Gewässer haben sie einen negativen Einfluss auf die Gewässerökologie.
Da die Bereiche um den Gewässerverlauf oft überschwemmt werden und der Boden sehr feucht ist, ist eine Befahrung und konventionelle Holzernte an manchen Stellen nicht möglich. Aus diesem Grund wurde sich nach Abstimmung mit Biotopbetreuer Gerd Ostermann für ein besonders bodenschonendes Verfahren entschieden.
So wurde auf einem Teil der Fläche ein Seilkransystem genutzt. Durch dieses besondere Verfahren ist es nicht notwendig die Fläche zu befahren. Hierbei werden die zuvor manuell gefällten Bäume über eine Seilkrananlage, welche man sich ungefähr wie einen mobilen Skilift vorstellen kann, aus dem Gewässertal geborgen. Durch den Verzicht auf Befahrung bleiben alle negativen Folgen für Böden und das Ökosystem aus.
Jetzt, wo die Maßnahmen abgeschlossen sind, steht einer naturnahen Pflanzenentwicklung entlang des Gewässers und in den Auenbereichen der Wirft nichts mehr im Weg. Noch sehen die Flächen entlang der Wirft kahl aus, doch das ändert sich schnell in den kommenden Jahren sagt Gerd Ostermann als Fazit nach Abschluss der Maßnahmen. 
 

Wir feiern 125 Jahre Forstamt Gerolstein

Bereits seit 1897 betreut das Forstamt Gerolstein die Wälder der Umgebung. Was als königlich-preußische Oberförsterei begann, ist heute zu einer modernen Verwaltungseinheit der rheinland-pfälzischen Landesforstverwaltung herangewachsen. Am 15. Juni feierte das Forstamt Gerolstein 125-jähriges Bestehen. Bei bestem Wetter begrüßte Forstamtsleiter Michael Schimper ehemalige und aktive Mitarbeiter des Forstamtes.

Ebenfalls geladen waren die Ehrengäste Frank Ridderbusch von der Zentralstelle der Forstverwaltung in Neustadt an der Weinstraße, Hans-Peter Böffgen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Gerolstein, Herbert Lames, Beigeordneter der Stadt Gerolstein, Christian Mehlhorn, Geschäftsführer der Holzvermarktungsorganisation Eifel sowie Pius Krämer, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Gerolsteiner-Land.
In seinem Grußwort betonte Frank Ridderbusch vor allem den Wandel der Waldbewirtschaftung von Reinbeständen hin zu Mischwäldern, die für den Walderhalt vor dem Hintergrund des Klimawandels besonders wichtig sind. Er wünschte den Bediensteten des Forstamtes außerdem Freude und Erfolg bei Ihrer Arbeit für den Wald, die Waldbesitzer und die Gesellschaft. Beigeordneter Lames dankte dem Forstamt im Rahmen seines Grußwortes für die gute und uneigennützige Zusammenarbeit. Die Stadt und die Verbandsgemeinde Gerolstein machen mit dem kommunalen Waldbesitz rund zwei Drittel der gesamten Waldfläche im Forstamt aus. „Wir danken allen, die dem Forstamt durch ihr positives Wirken zu seiner heutigen Bedeutung verholfen und sich nachhaltig für die Pflege und Erhaltung des Waldes als elementarer Bestandteil unseres Lebensraumes eingesetzt haben. In einem guten Miteinander können wir gemeinsam die Zukunft unserer Wälder sicherstellen“, betonte Lames in seiner Rede.
Die Wälder der Umgebung fest im Blick


Die Geschichte des Forstamtes Gerolstein reicht weit zurück: Das Forstamt wurde durch den preußischen Ministerialerlass vom 17. April 1897 als königlich-preußische Oberförsterei Gerolstein mit rund 3.000 Hektar Staatswald zum 1. Juli 1897 gegründet. Seit der Einweihung des stattlichen Forstamtsgebäudes im Jahre 1913 befindet es sich bereits an seinem Standort „Unter den Dolomiten“. Zwischenzeitlich wurde der Dienstsitz vor dem Gerolsteiner Felspanorama umfassend modernisiert. Nun kann sich das historische Gebäude eines neuen Kunstwerkes erfreuen: Verbandsbürgermeister Böffgen und Beigeordneter Lames überreichten Michael Schimper ein wertvolles Aquarell mit der Gerolsteiner Gerichtslinde aus dem Jahre 1846, das einen schönen Platz im Forstamtsgebäude finden wird. Zum Abschluss der Feierlichkeit sprach Pfarrer Pius Krämer über die Bedeutung des Waldes als Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen, den es zu erhalten gilt. Dabei bat er Gott auch künftig um den Segen für den Wald sowie für die Mitarbeiter des Forstamtes. 

 

Forstämter Daun, Gerolstein und Hillesheim warnen vor Unfällen durch herabbrechende Äste

An vielen Wanderwegen besteht Gefahr durch Astabbruch an Bäumen mit Dürreschäden / Zahlreiche Buchen mit Totästen / Wald nach heftigen Regenfällen, bei Wind und Gewittern meiden.

Alte Buchen fällen oder den Wald sperren – vor dieser Entscheidung stehen derzeit viele Forstleute. Der Grund: Zahlreiche Bäume haben tote Kronenäste oder sind völlig abgestorben. Von ihnen geht akute Gefahr durch Astabbruch aus. Davon betroffen sind vor allem alte Buchen. Fichtenäste brechen in der Regel am Stamm und fallen dort zu Boden, Buchenäste können überall brechen – oft auch große, breit verzweigte Äste. Sie sind um einiges schwerer und größer als Äste von Nadelbäumen. Außerdem kann man es kaum erkennen, wenn über der unten noch dicht belaubten Krone ein bereits abgestorbener Ast hängt, der beim nächsten Windstoß herabstürzen kann. „Wann ein toter Ast fällt, kann niemand vorhersagen. Was wir aber sagen können: Trockenes Holz bricht unvermittelt. Viele Buchen haben in der oberen Krone gar keine Blätter mehr, manche sind schon tot. Das bedeutet: Wer in den Wald geht, muss mit Astbruch-Gefahr rechnen“, sagt Sebastian Metz, Leiter des Forstreviers Pelm. Deshalb rät er: „Meiden Sie den Wald nach heftigen Regenfällen, bei Wind und Gewittern. Dann können sich die toten Äste in den Kronen lösen. Die Gefahr, von einem herabstürzenden Ast getroffen zu werden, steigt.“

Aus Sicherheitsgründen: Bäume an oft besuchten Plätzen werden gefällt

Den Wald dauerhaft und großflächig zu sperren, dass wäre keine Lösung. „Wir alle brauchen ihn zur Erholung. Wald tut vielen Menschen einfach gut. Wir Forstleute wollen den Wald erhalten – natürlich auch für Waldbesuchende. Aber es ist Vorsicht geboten! Man muss im Wald immer damit rechnen, dass ein Ast bricht, aber momentan ist die Gefahr höher, da viel mehr Bäume Dürreschäden haben.“, so Klaus Zeipert, Technischer Produktionsleiter im Forstamt Gerolstein.

Deshalb markieren Mitarbeiter der Forstämter derzeit alle Bäume, von denen eine Gefahr für Waldbesuchende ausgehen könnte. Ein diagonaler Strich bedeutet: Dieser Baum wird gefällt. „Das können wir natürlich nicht überall machen, sonst wären es einfach zu viele Bäume. Wir beschränken uns auf Erholungseinrichtungen, wie Spielplätze, Kapellen und Sportmöglichkeiten sowie Hütten und Hauptwanderwege – also alle Orte, an denen sich viele Menschen eine längere Zeit aufhalten“, erläutert Michael Hoppe, Leiter des Forstreviers Dreis-Brück, das besonders von den Trockenschäden betroffen ist. Allein in diesem Revier müssen schon jetzt mehr als 100 Alt-Buchen gefällt werden. Wie viele es werden, ist ungewiss.

Sicherheit geht vor Wirtschaftlichkeit

Wenn die gefährlichen Buchen nicht gefällt werden, müssten viele Einrichtungen und Erholungsorte im Wald gesperrt werden. „Unter dem Strich kostet das meist richtig viel Geld, aber die Sicherheit geht vor“, so Hoppe weiter. Wirtschaftlich gesehen ist dieser Holzeinschlag momentan kaum einträglich, da der Markt für Buchenholz im Keller ist.

Auch Holzernte wird zunehmend gefährlich

Die Gefahr geht vor allem von alten Buchen aus, weil sie unter den Hitze- und Dürrejahren 2018 – 2020 besonders gelitten haben. „Wir hoffen jetzt, dass die waldfreundlichere Witterung des laufenden Jahres den Bäumen ein wenig Erholung bringt“, betont Sebastian Metz: „Wenn wir die Bäume jetzt nicht fällen, kann es später zu gefährlich sein. Dann ist es für die Forstwirtinnen und Forstwirte über Jahre zu gefährlich, in bestimmten Waldteilen Fällungs- und Pflegemaßnahmen durchführen zu können.“ Dies heißt aber auch: Heimisches Holz kann bis auf Weiteres nicht geerntet werden. Hier müssen Waldbesitzende und Forstleute stets zwischen Naturschutz, Holznutzung und Arbeitssicherheit abwägen. Totholz im Wald ist sehr wichtig für die Artenvielfalt. Es bietet Lebensraum und Nahrung für unzählige Lebewesen. Andererseits geht davon aber auch eine Gefahr aus.

Klimakrise tötet Bäume

Ihm tut es in der Seele weh, wenn er über 100 Jahre alte Buchen sieht, die in Ihrem Leben schon Vieles erlebt haben und die nun so extrem unter dem Klimastress leiden. Sebastian Metz erklärt: „Natürlich ernten wir Bäume, damit daraus Möbel, Papier und andere Produkte entstehen können. Viele Bäume wären aber ohne die Trockenheit noch länger im Wald belassen worden. Sie hätten dann noch mehr Kohlenstoffdioxid gespeichert, das sie für ihr Wachstum benötigen. Wenn Bäume wachsen, schützt das das Klima. Erst wenn sie verrotten oder verbrennen, wird das CO2 freigesetzt. Aber dann wachsen schon längst junge Bäume in den entstandenen Lücken“.

Hintergrund: Buchensterben

Die Buche ist die häufigste Baumart in Rheinland-Pfalz, ihr Anteil beträgt rund 22 Prozent (bundesweit: 15 Prozent). Unter den für lange Zeit herrschenden Verhältnissen eines atlantischen Klimas mit ausreichenden Niederschlägen in der Vegetationszeit sind Buchenwälder von Natur aus die flächendeckend prägenden Waldgesellschaften in unserem Land gewesen. Im Zuge des Klimawandels zeichnen sich hier Veränderungen ab.
Buchen reagieren genau wie andere Laubbäume auf Hitze und Dürre, indem sie ihre Blätter abwerfen – so verdunsten sie weniger Wasser. Im Folgejahr sind ihre Blätter oft kleiner, damit sie vorsorglich für eine geringere Kronenoberfläche sorgen und weniger Wasser verdunsten. Die Bäume brauchen allerdings die Blätter zum Wachsen (Fotosynthese). Leiden die Bäume lange Zeit unter Trockenheit, sterben sie ab, wobei gerade die Buche als Baumart des atlantischen Klimas durch den Klimawandel besonders betroffen ist – einem toten Baum hilft dann auch kein Regen mehr.
Wenn Bäume schwach sind, sind sie anfälliger für Krankheiten. Bestimmte Käfer und Pilze können Äste oder gar den Stamm befallen. Alte Buchen leiden besonders, da sie sich nicht mehr so gut an sich verändernde Verhältnisse anpassen können wie jüngere Bäume.
In alten Buchenwäldern, die noch ein geschlossenes Kronendach aufweisen, findet im Staatswald von Rheinland-Pfalz derzeit keine planmäßige Holzernte statt.
Quelle: Landesforsten.RLP.de / Forstamt Gerolstein