Newsletter Revier Herxheim-Queichwaldungen 4. Quartal 2025

Adlerfarn unter Kiefern
Adlerfarn unter Kiefern
Philipp Maurer und Niklas Dengel
Philipp Maurer und Niklas Dengel

Sehr geehrte Damen und Herren,
dies ist die 11. Ausgabe des Newsletters für das Forstrevier Herxheim-Queichwaldungen. In diesem Newsletter erfahren Sie etwas über die Ereignisse des laufenden Quartals und erhalten einen Ausblick auf das Spätjahr 2025.
Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dem neuesten Newsletter. 
Bei Fragen können Sie mich gerne kontaktieren.
Herzliche Grüße aus Ihrem Wald
Ihr
Philipp Maurer
Revierleiter des Reviers Herxheim-Queichwaldungen im Forstamt Haardt

4. QUARTAL - AKUTELLER STAND UND AUSBLICK:
Zuallererst möchte ich mich bei Ihnen für die Zusammenarbeit über die letzten zwei Jahre bedanken. Wie einige sicher schon wissen, werde ich die Revierleitung des Reviers Herxheim-Queichwaldungen zum 01.11. abgeben und eine heimatnahe Stelle antreten. Ich habe in meiner Zeit hier viel gelernt und konnte zahlreiche Eindrücke sammeln. Gerade die Zusammenarbeit mit den Gemeinden habe ich sehr positiv wahrgenommen. Wie so oft im Leben blicke ich dieser Veränderung mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Ich freue mich umso mehr, das Revier in fähige Hände weitergeben zu können. Herr Niklas Dengel wird ab dem 01.11.die Leitung des Reviers kommissarisch übernehmen (die Kontaktdaten finden Sie auf der Website des Forstamts Haardt). Mit ihm haben Sie weiterhin einen kompetenten Ansprechpartner für Fragen zu Ihrem Wald. 
Trotz der personellen Veränderungen geht der Betriebsablauf uneingeschränkt weiter.

Die Wegeinstandsetzungsarbeiten sind mittlerweile nach Verzögerungen aufgrund der Unternehmerverfügbarkeit im vollen Gange. Dabei kann es zu Einschränkungen bei der Begehbarkeit der Wege kommen. Bitte nutzen Sie in diesem Fall, wenn ausgeschildert, eine Umleitung oder wählen Sie einen anderen Weg.
Die im vorangegangenen Newsletter beschriebenen Waldpflege- und Waldrandgestaltungsmaßnahmen sind bereits abgeschlossen. Auch der reguläre Brennholzeinschlag wurde bereits durchgeführt. In den folgenden Wochen werden noch einzelne Wertholzstämme in den Gemeindewäldern Impflingen und Rohrbach geerntet. Dieses Holz wird einer hochwertigen Verwendung im Möbelbau, als Furnier oder zum Bau von Fässern, zugeführt. Auch im Zuge der Verkehrssicherung müssen noch einige Bäume gefällt werden. Da sich die letzten beiden Sommerhalbjahre hier vor Ort insgesamt recht niederschlagsreich dargestellt haben und in den letzten Jahren bereits viele besonders gefährliche Stellen „aufgeräumt“ wurden, sind bei der letzten Kontrollbegehung allerdings nicht sehr viele Bäume aufgefallen, die aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen. Es werden im Zuge der Verkehrssicherung also nur noch vereinzelte Bäume entfernt.
Außerdem stehen im Spätjahr wieder Pflanzungen im gesamten Revierbereich an. Die Schwerpunkte mit zwei großen Pflanzungen liegen dabei in Hochstadt und Herxheimweyher. Die Pflanzen und die damit verbundenen Arbeiten sind bereits zur Vergabe ausge-schrieben. Geplant ist die Umsetzung der Arbeiten für Anfang Dezember. Die Erfahrung der letzten Jahre hat aber gezeigt, dass es meistens Januar wird, bis die Pflanzen gesetzt werden.
!Achtung! Bis zum 31.10. ist das Brennholz-Bestellportal auf der Forstamtswebsite noch freigeschaltet. Dort können Sie für diesen Winter einfach Ihr Brennholz über ein Onlineformular bestellen. Bitte nutzen Sie dieses Formular für Ihre Bestellung. Bestellungen zu einem späteren Zeitpunkt per Telefon/Mail können unter Umständen nicht bedient werden. Das Bestellformular für Brennholz finden Sie auf der Forstamtswebsite unter Angebote -> Brennholz oder diesen Link.
VERBANDSGEMEINDE HERXHEIM UND GEMEINDE IMPFLINGEN
Bei der großen Pflanzung in Herxheimweyher handelt es sich um Voranbau unter Douglasie. Dabei werden verschiedene junge Laubbäume in Lichtschächte des alten Reinbestands gesetzt. So soll das Risiko minimiert werden, dass hier durch einen Käferbefall oder Sturmwurf eine Kahlfläche entsteht. Außerdem wurden einige Eichen bestellt, die an verschiedenen Stellen im Herxheimer und Insheimer Wald zur Ergänzung in die Naturverjüngung gepflanzt werden sollen. Entlang der K44 soll dort, wo auf einer Baumlänge vermehrt Bäume entfernt worden sind, eine Waldrandgestaltung stattfinden. Dafür sollen fünf verschiedene heimische Straucharten, sowie Wildobst und Walnussbäume gepflanzt werden. Ebenso wird beabsichtigt, die aufgelaufene Eichennaturverjüngung mit in den Waldrand zu übernehmen.
Eine wichtige Arbeit im Spätjahr ist der Schutz von aufgelaufener Naturverjüngung, also natürlich vor Ort entstandener Bäumchen, vor Wildverbiss. Dies geschieht zumeist durch den Bau von Zäunen oder kleinen Gattern. Ein großer Bedarf dafür besteht im diesjährigen Hieb auf Impflinger Gemarkung. Dort wurden über bestehender Eichennaturverjüngung Lichtschächte geschlagen, um diese in die kommende Waldgeneration zu überführen. Damit die jungen Bäume gut geschützt sind, sollen an diesen Stellen nun Holzgatter montiert werden.
Bereits mehrfach wurde auch hier im Newsletter das Rheinzaberner Pfäddel thematisiert. Da aus der Bevölkerung mehrfach die Bitte kam, den Pfad auszubessern, sollte dieser begradigt und eine dünne Schicht an neuem Material aufgebracht werden. Das wurde nun so auf einem ersten, etwa 200 m langen Stück südlich der Hügelgräber auch umgesetzt. Dabei wurde auch eine besonders matschige Stelle wieder „gangbar“ gemacht, wegen der es besonders häufig Beschwerden gab. Eine weitere Instandsetzung des Pfades ist jedoch vorerst nicht geplant. Da mit den Arbeiten ein erheblicher Aufwand verbunden ist, werden diese sehr teuer. Außerdem müsste für die Materialeinbringung auf dem Pfad für die großen Maschinen Platz gemacht werden. Das würde bedeuten, dass einige Bäume, die zu nah am Pfad stehen, oder deren Äste zu tief hängen, gefällt werden müssten. In Rücksprache mit der Gemeinde wurde deshalb entschieden, den östlichen Teil des Pfades so naturbelassen wie möglich zu erhalten.
VERBANDSGEMEINDE OFFENBACH
Bei der großen Pflanzung in Hochstadt handelt es sich um Voranbau unter Kiefer. Der Kieferbestand ist dabei, sich durch Trockenschäden und Mistelbefall nach und nach aufzulösen. Unter den Kiefern wächst dichter Adlerfarn, durch den sich kaum ein natürlich angesamter Baum hindurchschieben kann. Um den Wald auf dieser Fläche zu erhalten und eine Kahlfläche zu vermeiden, sollten die darüber liegenden Kiefern absterben, sollen hier nun heimische und besser auf das Klima angepasste Eichen und Linden gepflanzt werden. 
Noch im Oktober sollen in zwei besonders schönen Schwarznussbeständen in Essingen und Hochstadt von einer Baumschule Schwarznüsse zur Saatgutgewinnung gesammelt werden. Die Schwarznuss zeigt sich bisweilen sehr resilient gegenüber den klimatischen Bedingungen. Junge Bäume zum Pflanzen sind deshalb sehr gefragt.
Auf Offenbacher Gemarkung wurden in den vergangenen Wochen einige Pappeln gefällt, zum größten Teil aus Gründen der Verkehrssicherung. Dabei wurde auch ein neuer Waldplatz für die KiTa Queichhüpfer angelegt. Der alte „Waldplatz“ der KiTa musste leider aufgrund von Sicherheitsbedenken wegen des großen Aufkommens an Totholz im umliegenden Bestand gesperrt werden. Nun gibt es einen neuen, gut erreichbaren und sicheren Waldplatz für die Kinder, um schon früh das Ökosystem Wald von den engagierten Erzie-hern und Erzieherinnen nähergebracht zu bekommen.
Eine wichtige Arbeit im Spätjahr ist der Schutz von aufgelaufener Naturverjüngung, also natürlich vor Ort entstandener Bäumchen, vor Wildverbiss. Dies geschieht zumeist durch den Bau von Zäunen oder kleinen Gattern. Im Wald südlich des Logistikzentrums Hornbach sollen in den kommenden Wochen noch einzelne alte Roteichen gefällt werden. Vom dort auf den Waldboden treffenden Licht profitiert die neue Waldgeneration. Das dabei anfallende Holz soll im Sägewerk zu hochwertigen Holzbrettern für den Möbel- und Innenausbau verarbeitet werden. Um die dortigen Sämlinge von Roteiche, Stieleiche, Hainbuche und Ahorn vor Wildverbiss zu schützen, soll dort noch im Winter ein Zaun gebaut werden.
Zuletzt möchte ich noch darauf hinweisen, dass im Herbst ein Pilotprojekt zur Waldbewässerung im Offenbacher Gemeindewald startet. Dabei werden die Gräben, die Teil der Queichwiesenbewässerung sind, genutzt, um Wasser aus der Queich in den Wald zu leiten. Im dortigen Grabensystem wird das Wasser weiter auf der Fläche verteilt. Das Projekt wird wissenschaftlich betreut und die Auswirkungen auf das Grundwasser, sowie den Hochwasserschutz werden untersucht. Im Zuge dieser Bewässerung kann es zur zeitweisen Überflutung der Waldwege und Pfade kommen. Insbesondere der Trampelpfad östlich des „Joggertreffs“ wird in der Überflutungszeit vermutlich nicht mehr ohne Gummistiefel zu begehen sein. Dafür bitte ich um Verständnis.