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Dr. Kristina Brixius: „Mit jedem Gebäude, das mit nachwachsenden Rohstoffen realisiert oder saniert wird, leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“

Im „Klimabündnis Bauen“ gefördertes Forschungsprojekt überträgt Ergebnisse nun in die Praxis – 1:1-Reallabor im Wildpark Westerwald erprobt Einsatz bereits benutzter Holzelemente für Neubau einer öffentlichen Toilettenanlage

Das Bild zeigt Forststaatssekretärin Dr. Kristina Brixius beim Besuch des Reallabors im Wildpark Westerwald.
Forststaatssekretärin Dr. Kristina Brixius beim Besuch des Reallabors im Wildpark Westerwald

Die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) forscht seit gut drei Jahren im Forschungsprojekt „Re-Use-Holzbauelemente“ an der Frage, wie komplexe Holztafelelemente nach ihrer ersten Nutzung als Bauelemente erhalten und in neuen Gebäuden wiederverwendet werden können. Dieses Projekt wird vom Forstministerium über das „Klimabündnis Bauen“ mit 688.000 Euro gefördert. Im Wildpark Westerwald wurden die Ergebnisse nun in einem 1:1-Reallabor umgesetzt. Bereits benutzte Holztafelelemente wurden hier als Außenwände für eine neu gebaute öffentliche Toilettenanlage wiederverwendet. So wurde untersucht, wie Re-Use nicht nur eine Strategie zur Bestandsnutzung, sondern auch ein Element für den Neubau, sein kann.

„Mit jedem Gebäude, das mit nachwachsenden Rohstoffen realisiert oder saniert wird, leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Holz speichert Kohlenstoff und entlastet somit die Atmosphäre von CO2. Zudem schafft der Holzbau regionale Wertschöpfung. Im Forschungsprojekt ‚Re-Use-Holzbau‘ wurde nun der nächste wichtige Schritt gegangen, indem wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis überführt wurden“, sagte Forststaatssekretärin Dr. Kristina Brixius.

Gemeinsam mit den Praxispartnern der ZimmerMeisterHaus Gruppe und der Holzbaufirma Kappler GmbH & Co. KG unter Beteiligung des Wildparks Westerwald verfolgen Prof. Dr. Ing. Jürgen Graf und sein t-lab-Team um den wissenschaftlichen Mitarbeiter Viktor Poteschkin das langfristige Ziel, Holztafelelemente zu entwickeln, die bereits bei ihrer Herstellung für eine mehrfache Nutzung konzipiert werden und damit Ressourcen schonen, Abfälle vermeiden und regionale Wertschöpfung stärken.

„Das Konstruieren für die Wiederverwendung beginnt mit dem Verständnis dafür, wie bestehende Gebäude gefügt sind, ihre Bauelemente zurückgewonnen und an neue Anforderungen angepasst werden können. Im Bauwerksmaßstab haben wir das gemeinsam mit der Praxis erprobt. Diese Erfahrungen zeigen, welche Potentiale in Bestandskonstruktionen für das kreislauffähige Bauen stecken“, erklärte Prof. Dr.-Ing. Jürgen Graf.

Während die Wiederverwendung einzelner Teile zunehmend erprobt wird, ist die direkte Wiederverwendung komplexer Holztafelelemente bislang kaum etabliert. Nach dem Rückbau werden diese überwiegend thermisch verwertet. „Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, aber keine unendliche Ressource. Eine konsequente Kreislaufwirtschaft sollte daher nicht nur die stoffliche Verwertung einzelner Teile, sondern auch die möglichst lange Nutzung bereits produzierter ganzer Bauelemente in den Blick nehmen“, so Kristina Brixius. 

Eine der zentralen Herausforderungen ist es, dass gebrauchte Holzbauelemente nur selten exakt den Anforderungen eines neuen Gebäudes entsprechen. Abmessungen, Anschlusspunkte, Toleranzen und bauphysikalische Eigenschaften weichen hier oft ab. Anpassungen durch Zuschnitt oder aufwendige Umbauarbeiten erhöhen den Aufwand und gefährden die Wirtschaftlichkeit. Das Projekt „Re-Use-Holzbau“ setzt hier an, um die Rahmenbedingungen einer Wiederverwendung zu erproben und daraus übertragbare Lösungen für den zukünftigen Holzbau zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen Holztafelelemente, wie sie insbesondere im Wohnungs- und mehrgeschossigen Holzbau eingesetzt werden. Untersucht werden ihre konstruktiven und bauphysikalischen Eigenschaften, Rückbaumöglichkeiten, Anpassungsstrategien, ökologischen Auswirkungen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Weitere Infos zum Projekt sind zu finden unter https://klimabuendnis-bauen.rlp.de/klimafreundlich-bauen/projekte/re-use-holzbau 

Weitere Infos zum Klimabündnis Bauen sind zu finden unter https://klimabuendnis-bauen.rlp.de/ 

 

Verantwortlich (i.S.d.P) 

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Pressesprecher

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Jan.Budde(at)mlwuf.rlp.de

 

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Pressesprecherin

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Magdalena.Froehlich(at)mlwuf.rlp.de

 

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Kaiser-Friedrich-Straße 1

55116 Mainz

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