Waldnachrichten © Anton - stock.adobe.com

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Katrin Eder: „Mischwälder sind der beste Schutz vor Dürre und Hochwasser“

„Wälder speichern enorm viel CO2 und Wasser. Das macht unsere Wälder zu natürlichen Klimaanlagen. Wir müssen deshalb alles dafür tun, den Wald gegen die Folgen der Klimakrise wie Dürren oder Starkregen zu wappnen“, so Dr. Manuela Rottmann, parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium bei einem Besuch am heutigen Donnerstag im Forstamt Soonwald. Gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Klimaschutzministerin Katrin Eder informierte sie sich, wie die Forstleute von Landesforsten RLP versuchen, das Ökosystem Wald mit all seinen Leistungen für Mensch und Natur zu erhalten. „Naturnahe Wälder mit verschiedenen Baumarten, die zum jeweiligen Standort passen, sind anpassungsfähiger. So können sie sich besser gegen die Auswirkungen der Klimakrise wehren und vor Schädlingsbefall schützen. Naturnahe Wälder sind somit das beste Mittel, unsere Wälder als Lebensraum zahlreicher Arten, als Speicher für sauberes Wasser und des Treibhausgases CO2 sowie als Lieferant des klimafreundlichen Rohstoffes Holz zu erhalten“, sagte Eder.

Eder und Rottmann besichtigten unter anderem Flächen im Soonwald naturnaher Mischwälder, die zuvor naturferne Fichten-Monokulturen waren. „Mischwälder sind gleichzeitig der beste Schutz vor Dürre und Hochwasser. Denn ohne Bäume und andere Pflanzen fehlt es an Wurzelwerk. Und das Wurzelwerk sorgt dafür, dass Wasser gespeichert und Boden gehalten wird. Es ist daher besonders wichtig, dass auf großen Kahlflächen, die durch den massiven Borkenkäferbefall entstanden sind, schnell ein gesundes Waldökosystem entsteht“, so Eder.

Trockenheit schadet Bäumen und anderen Waldbewohnern

Wie elementar das Wasser für uns alle ist und welche Folgen extreme Trockenheit mit sich bringt, zeigte sich erneut in diesem Sommer. Während der Vegetationszeit hat es fast zehn Wochen so gut wie nicht geregnet. Zahlreiche Bäume starben, noch mehr wurden geschwächt – unter anderem durch Baumkrankheiten und Borkenkäfer, die unter diesen Bedingungen ein leichtes Spiel haben. Doch nicht nur die Bäume litten, der Extremsommer mit Trockenheit und hohen Temperaturen machte auch anderen Lebewesen im Ökosystem Wald stark zu schaffen. Wie sich das auf das Ökosystem Wald auswirkt, wenn etwa zahlreiche Bodenlebewesen sterben, die für wichtige Zersetzungsprozesse im Boden und damit für die Nährstoffversorgung der Bäume bedeutsam sind, ist noch nicht vollends erforscht. Auch zahlreiche Insekten und Amphibien starben aufgrund der Trockenheit. In vielen Wäldern sind Tümpel und andere Kleingewese komplett ausgetrocknet – sie sind beispielsweise die Kinderstube für zahlreiche Frösche und Libellen, die hier ihre Eier ablegen.

Kooperationsvereinbarung zum Wasserrückhalt im Wald

Neben der Trockenheit nehmen auch Starkregenereignisse klimawandelbedingt immer weiter zu. Auch hier kommt den Wäldern eine große Bedeutung zu. Sie können Wasser im Wald halten und sind somit ein wichtiger Baustein bei der Hochwasservorsorge. Mit einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und Landesforsten RLP sollen geeignete Maßnahmen zum Wasserrückhalt auf den Staatswaldflächen zur Umsetzung kommen. Dazu zählen der Verschluss von Gräben und die Ableitung von Wasser in den Wald oder das Anlegen von Sickermulden zur Grundwasseranreicherung. In Abstimmung mit dem Kompetenzzentrum Hochwasservorsorge und Hochwasserrisikomanagement sollen diese Maßnahmen konzipiert und umgesetzt werden. Insgesamt stehen dafür von 2023 bis 2025 jährlich bis zu 900.000 Euro zur Verfügung. 

Daneben besteht auch für Kommunen die Möglichkeit, für solche Maßnahmen bis zu 70 Prozent Förderung zu beantragen, sofern die Maßnahmen im Wald Bestandteil eines Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzeptes sind. „Jeder Tropfen Wasser, der im Wald ankommt ist gut für den Wald und für uns Menschen. Denn unsere Wälder reinigen einen Großteil unseres Trinkwassers“, so Eder.