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Erwin Manz: „Artenreiche Wälder kommen besser mit Auswirkungen der Klimakrise zurecht“

Forststaatssekretär eröffnet „Lautrer Waldtag“ / 75 Bäume zum Landesjubiläum gepflanzt

„Unsere Wälder müssen vielfältiger werden. Wir brauchen Mischwälder mit verschiedenen Baumarten und einer hohen genetischen Vielfalt innerhalb der einzelnen Arten. Nur so können sich die Wälder an die Auswirkungen der Klimakrise anpassen“, sagt Klimaschutzstaatssekretär Dr. Erwin Manz. „Fällt eine Baumart aus, etwa, weil sie von einem Schädling befallen wird, sind immer noch genug andere Baumarten da, die das Ökosystem Wald aufrechterhalten.“

Am heutigen Sonntag eröffnete er den „Lautrer Waldtag“ am größten rheinland-pfälzischen Forstamt, in Kaiserslautern. Er ist eine von bundesweit 350 Veranstaltungen, die an diesem Wochenende anlässlich der Deutschen Waldtage stattfinden. In Rheinland-Pfalz-weit werden rund 55 Veranstaltungen angeboten, bei denen Forstleute, Waldbesitzende und weitere Organisationen Bürgerinnen und Bürger zum Dialog über den Wald einladen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie wir den Wald angesichts der Klimakrise erhalten können. Dabei setzen die Veranstalter dieses Jahr den Schwerpunkt auf den Wert der biologischen Vielfalt.

„In den letzten vier Jahren sind insgesamt 16 Millionen Bäume in Rheinland-Pfalz der Dürre, Stürmen und dem Borkenkäferbefall zum Opfer gefallen. Das bedeutet: Es entstand eine Wiederbewaldungsfläche von über 37.000 Hektar, also rund 52.000 Fußballplätzen. Jetzt geht es darum, die Flächen möglichst artenreich zu entwickeln, damit der Wald widerstandsfähig gegenüber Baumkrankheiten, Schädlingsbefall und Extremwetterereignissen wird“, so Manz.

Damit auf den Freiflächen vielfältige und anpassungsfähige Wälder gedeihen, setzen die Forstleute in Rheinland-Pfalz in erster Linie auf die natürliche Wiederbewaldung: Wind und Tiere verbreiten den Samen von Bäumen ganz natürlich. Dort, wo allerdings großflächig nur eine Baumart vorherrschte, dauert es sehr lange, bis sich von Natur aus verschiedene Baumarten ansiedeln. Deshalb helfen die Forstleute mit punktuellen Pflanzungen verschiedener Baumarten nach, dazwischen hat die Natur freies Spiel.

 „Waldschutz und biologische Vielfalt sind Ziele, die Hand in Hand gehen. Die Vielfalt der Arten und Lebensräume und vor allem auch die genetische Vielfalt unserer Waldarten sind Schlüsselfaktoren für die Zukunftsfähigkeit unserer Wälder“, so Manz. „Es geht aber nicht ohne Klimaschutz. Dazu muss jede und jeder von uns etwas beitragen. Die langanhaltende Dürre führte auch dieses Jahr wieder dazu, dass viele im Frühjahr und Herbst gepflanzte Bäume schlichtweg verdursteten.“

Um auch einen ganz konkreten Beitrag zur Waldentwicklung zu leisten, wurden an diesem Sonntag anlässlich des 75-jährigen Bestehens von Rheinland-Pfalz 75 Edelkastanien als Teil eines arten- und strukturreichen Waldrandes gepflanzt.

Auch ein neues Ausbildungsgebäude eröffnete Manz am Forstamt Kaiserslautern und sagte: „Damit wir Wald auch in Zukunft mit all seinen Funktionen für Mensch und Natur erhalten beliebt, brauchen wir fachkundiges Personal. Dies geschieht hier im Forstamt Kaiserlautern beispielgebend durch die Ausbildung junger Menschen zu Forstwirtinnen und Forstwirten.“