Waldnachrichten © Anton - stock.adobe.com

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Artenschutz durch Vielfalt

Am 28. Juli ist Welttag des Naturschutzes.

Eine gesunde Umwelt ist die Grundlage für das Wohlergehen heutiger wie zukünftiger Generationen. Der Schutz unseres Klimas und der natürlichen Lebensräume ist eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Der fortschreitende Verlust der Artenvielfalt im Offenland ist längst bekannt. Doch Rheinland-Pfalz ist mit 42% Waldanteil das relativ waldreichste Bundesland in Deutschland. Umso wichtiger, dass Naturschutz auch im Wald stattfindet! Zeit für eine Bilanz (Bundeswaldinventur 3):

  • Der rheinland-pfälzische Wald besteht zu knapp 60% aus Laubbäumen. Die Buche ist mit 22% die häufigste Baumart. Insgesamt sind 50 Baumarten in Rheinland-Pfalz heimisch!
  • Mischwälder mit verschiedenen Baumarten kommen in Rheinland-Pfalz auf 82 % der Fläche vor. Zwei- und mehrschichtige Wälder haben seit 2002 um 31% zugenommen.
  • Gut 23 Totholz gibt es in unseren Wäldern je Hektar. Ein Plus von 10% in zehn Jahren!
  • 73% der rheinland-pfälzischen Trinkwasserschutzgebiete liegen im Wald. Das Wasser ist dadurch oftmals weniger mit Schadstoffen belastet.
  • Pro Minute wachsen in rheinland-pfälzischen Wäldern 16 Holz zu, das entspricht 16 Tonnen gespeichertem CO².

Waldnaturschutz hat viele Gesichter. Es bedeutet, die natürliche Verjüngung der Waldbäume zu fördern und zu übernehmen und klimastabile Mischwälder aufzubauen. Es bedeutet, blütenreiche Wegränder im Wald sowie Waldränder zu erhalten und zu entwickeln. Es bedeutet, stehendes und liegendes Totholz für Specht, Hirschkäfer, viele Insektenarten und Pilze zu belassen. Es bedeutet, gefährdete Tier- und Pflanzenarten sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten zu erhalten und zu fördern. Es bedeutet, seltene Waldstandorte zu schützen, die naturnahe Waldwirtschaft weiterzuentwickeln und den Nährstoffhaushalt des Bodens zu verbessern.

Laut Indikatorenbericht der Bundesregierung zur „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ steht die moderne Forstwirtschaft nicht im Widerspruch zur natürlichen Biodiversität, im Gegenteil. Sie fördert die natürliche Vielfalt und Dynamik und erfolgt im Einklang mit den ökologischen und sozialen Funktionen. Die Förderung naturnaher Waldbewirtschaftung durch Bund und Länder und die hohe Eigenverantwortung der Waldbesitzer zeigen hier deutliche Erfolge. Um artenreiche Wälder in den Tropen zu entlasten und den Holzeinschlag zu mindern, sollten wir die Wälder in Europa nachhaltig und ökologisch bewirtschaften.