Forstwirt begutachtet die Neigung des Baumes. © Landesforsten.RLP.de / Hansen / Lamour

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Waldarbeit

Waldarbeit gestaltet die Entwicklung des Waldes und erntet den Rohstoff Holz. Sie dient der Umsetzung des Ziels, einen ökologisch und ökonomisch wertvollen Wald nachhaltig zu sichern.

Qualifizierte Forstwirte und Forstwirtinnen sind die wertvolle Basis der Waldarbeit in den Forstbetrieben. Sie werden durch leistungsfähige Maschinen und ausgereifte Arbeitsverfahren unterstützt, die unter dem Vorrang einer naturnahen Waldwirtschaft eingesetzt werden.

 

Entwicklung der Waldarbeit

Mit der nachhaltigen Nutzung der Waldprodukte entwickelte sich allmählich die Waldarbeit. Neben Holz lieferte der Wald beispielsweise Lohrinde für die Gerberei, Pottasche für die Glashütten, die Holzkohle des Köhlers für die Eisenhütten oder auch das Pech aus der Harzgewinnung.

Früher war die Waldarbeit hart und das Werkzeug primitiv. Die Kettensäge revolutionierte die manuelle Holzernte.

Die Einführung der motorgetriebenen Kettensäge in den fünfziger Jahren revolutionierte die manuelle Holzernte: im Vergleich zur Arbeit mit Handsäge und Axt wird nur noch ein Bruchteil der Zeit benötigt, um einen Baum zu fällen, seine Äste zu entfernen und ihn in geeignete Stücke einzuschneiden.

Die körperlich schwere Handarbeit bei der Holzernte wird seit Ende der achtziger Jahre zum Teil durch den Einsatz von Vollernter-Maschinen, sogenannten Harvestern, übernommen. Computer unterstützen den Betrieb der Maschine, das Fällen, Entasten und Einschneiden der Bäume sowie das Vermessen des Rohholzes.

Das Berufsbild des Waldarbeiters hat sich dieser Entwicklung angepasst. War die Waldarbeit zu Beginn eine reine Männerdomäne, konnten durch den technischen Forstschritt zunehmend auch Frauen diesen Beruf erlernen und ausüben.

 

Betriebsarbeit

Waldarbeit umfasst ein breites Spektrum an Aufgaben, die unter Berücksichtigung

  • der Jahreszeit und Witterung,
  • der betrieblichen und wirtschaftlichen Situation sowie
  • der natürlichen Einflüsse (zum Beispiel Sturmwurf, Borkenkäferbefall) durchgeführt werden.
 

Arbeitsschwerpunkte im Staatswald von Rheinland-Pfalz

Kostenstellen Prozent der Arbeitsstunden
Ernten von Holz31 Prozent
Begründen von Wald (Säen und Pflanzen, Kulturpflege)6 Prozent
Pflege des jungen Waldes, Ästung5 Prozent
Abwehr von Schäden vom Wald6 Prozent
Unterhaltung des Wegnetzes4 Prozent
Sonstiges: z.B. Unterhaltung der Erholungseinrichtungen19 Prozent
Ausbildung und Fortbildung der Waldarbeiter29 Prozent
Alle Betriebsarbeiten100 Prozent
 

Technik in der Waldarbeit

  • Stetig steigende Lohnkosten bei stagnierenden Holzpreisen zwingen zu Produktivitätssteigerungen. 
  • Die Mechanisierung der Waldarbeit muss auch aus Gründen der Arbeitssicherheit und des Arbeitsschutzes sinnvoll weiterentwickelt werden. 
  • Der pflegliche Umgang mit dem Wald ist beim Einsatz hochmechanisierter Arbeitsverfahren Bedingung. Grundsätzlich wird der schonende Umgang mit der Natur durch die Anwendung moderner Arbeitsverfahren optimiert. 

Der Schwerpunkt der technischen Rationalisierung lag nach der Sturmkatastrophe von 1990 auf dem Gebiet der vollmechanisierten Holzernte:

 

Vollernter

Vollernter-Maschinen, sogenannte Harvester, übernehmen mit Spezialaggregaten das Fällen, Entasten und Einschneiden von Bäumen, integrierte Computer unterstützen den Betrieb der Maschine, die Produktion des Rohholzes und die Produkterfassung.

Tragschlepper

Tragschlepper mit Kran, sogenannte Forwarder, transportieren die aufgearbeiteten Holzabschnitte an den Waldweg und legen sie dort nach Produkt und Käufer sortiert für die Holzabfuhr mit Lastkraftwagen bereit.

 

Faktor Mensch

  • Alle Rationalisierungsfortschritte werden nichts daran ändern, dass der Mensch immer im Mittelpunkt steht. Motivierte, leistungsbereite und qualifizierte Forstwirtinnen und Forstwirte sind Grundvoraussetzung für den gemeinsamen Erfolg.
  • Waldarbeit ist schwere, anspruchsvolle Arbeit, die hohe Anforderungen an den arbeitenden Mensch stellt. Neben körperlicher Fitness, handwerklichem Geschick und Fachkenntnissen sind Verantwortungsbewusstsein und Flexibilität gefordert.
  • Diese Anforderungen verbunden mit Abwechslungsreichtum und dem Arbeitsplatz "Natur" machen jedoch den besonderen Reiz der Waldarbeit aus.
 
Waldarbeiter(innen) (2020)Staatswaldsonst. Eigentumsformen
Anzahl ständig beschäftigter Waldarbeiter(innen)490425
Auf einer bewirtschafteten Waldfläche in Hektar205.945389.798
 

Arbeiten im Wald werden heute grundsätzlich im Monatslohn mit Forstzulage ausgeführt. Das war vor Januar 2003 anders. Der Anteil der Stücklohnstunden betrug in 2000 33 Prozent der Gesamtarbeitsstunden im Staatswald.
Neben den fest angestellten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen werden in den Forstbetrieben auch viele Unternehmen mit Arbeiten beauftragt. Deren Personalstamm ist in der Zahlendarstellung nicht berücksichtigt.