Jagd in Zeiten der Corona-Pandemie

 

Bewegungsjagden/Gesellschaftsjagden in Form von Treib- und Drückjagden sind eine wichtige Maßnahme zur Regulierung der Schalenwildbestände. Sie tragen damit zur Prävention der Tierseuche Afrikanische Schweinepest (ASP) ebenso bei wie zur notwendigen Regulierung des Wildbestandes, wie sie gerade zur Bewältigung der mit dem Klimawandel verbundenen Herausforderungen im Wald und zur Vermeidung von Wildschäden in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Weinbau notwendig ist. Darüber hinaus hilft die mit einer effektiven Jagd verbundene Populationsverringerung, die Gefahr von Verkehrsunfällen mit Wildbeteiligung zu minimieren sowie insbesondere von Schwarzwild verursachte Schäden in Wohngebieten (Umwühlen von Rasen- und Grünflächen, Friedhöfen etc.) einzudämmen.

 Im laufenden Jagdjahr ist der Abschuss des Schwarzwildes auf der Einzeljagd durch das landesweit überaus große Angebot an natürlichem Futter (Eicheln, Bucheckern) deutlich erschwert. Für den notwendigen Eingriff in die Population sind daher Bewegungsjagden in den Herbst- und Wintermonaten unverzichtbar, da ansonsten zu befürchten ist, dass es im kommenden Jahr zu einem enormen Populationsanstieg kommen wird. Dies wäre jedoch nicht nur wegen der zu erwartenden Wildschäden oder der erhöhten Unfallgefahr beklagenswert, sondern insbesondere vor dem Hintergrund, dass die ASP seit dem vergangenen Wochenende nicht mehr auf das Land Brandenburg begrenzt ist, sondern nunmehr auch in Sachsen festgestellt wurde und zu befürchten ist, dass die Seuche sich weiter ausbreitet. Darüber hinaus hat die dramatische Waldsituation nach drei Trockensommern und einer Borkenkäferkalamität in erheblichem Umfang zu Freiflächen im Wald geführt. Der Waldumbau im Klimawandel und die Wiederaufforstung der entstandenen Freiflächen kann nur bei gleichzeitiger Anpassung der Schalenwildbestände, insbesondere der Reh- und Rotwildpopulation, gelingen.

Zur Durchführung der Gesellschaftsjagden in Zeiten der Coronapandemie hat das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie in Abstimmung mit dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten ein Hygienekonzept erarbeitet. Dieses orientiert sich an den aktuellen rechtlichen Vorgaben für das Land Rheinland-Pfalz.

Gesellschaftsjagden sind in Rheinland-Pfalz nur unter Einhaltung des "Hygienekonzepts Jagd" zulässig!

Bei der Planung und Durchführung solcher Jagden ist - neben den grundsätzlich einzuhaltenden organisatorischen Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen - wichtigster Grundsatz die Reduzierung von Kontakten aller an der Jagd teilnehmenden Personen und die lückenlose Nachverfolgbarkeit von Kontakten aller Jagdbeteiligten. Für die Einhaltung der Regelungen aufgrund der Coronapandemie trägt der Jagdleiter vor Ort Sorge. Selbstverständlich sind daneben alle weiteren, für den Jagdablauf relevanten Vorschriften einzuhalten.

Wegen der akuten Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest und der anstehenden Wiederbewaldungsmaßnahmen sind Gesellschaftsjagden auch im Bereich des Forstamts Wasgau weiterhin grundsätzlich erforderlich und werden daher in den nächsten Wochen unter konsequenter Einhaltung des Hygienekonzeptes durchgeführt.