Historische Stätten

Im Forstamtsbereich gibt es einige historische Stätten, die sich als Ausflugsziel lohnen.
Auf den folgenden Unterseiten werden sie eingehender beschrieben.

 

Eremitage Retzenborn

Bereits im Mittelalter war die Quelle "Reizenborn" bekannt. Hier führte  der Wallfahrtsweg nach Spabrücken vorbei, der später in Vergessenheit geriet. Aber um 1700 blühte nach der Errichtung eines Franziskanerklosters in Spabrücken diese Wallfahrt wieder auf und die Quelle "Reizenborn" erfuhr dadurch eine entsprechende Aufwertung. Nach einer Legende soll an dieser Quelle die Gottesmutter Maria erschienen sein und das Wasser der Quelle habe wundersame Heilungen bewirkt. Daraufhin wurde eine Kapelle gestiftet. Es ist urkundlich überliefert, dass im Jahr 1732 hier eine Wallfahrtskirche errichtet wurde, in der man das Gnadenbild "unserer lieben Frau vom Reizenborn" aufstellte. Bereits um 1718 wird hier von einem Einsiedler berichtet. Durch diesen Einsiedler und den Bau der Kapelle kam das ganzjährige Volkswallfahrtswesen am Reizenborn in kirchliche Zuständigkeit. Die Eremiten gehörten festen Kongregationen an und unterstanden dem Bischof. Von Simmern aus fanden zweimal im Jahr offizielle Wallfahrten zum Reizenborn statt und zwar am Pfingstdienstag und an Maria Himmelfahrt (15. August). Nachdem die Pilgerzahlen ständig stiegen, mußte eine neue Wallfahrtskirche erbaut werden, die am 3. August 1778 geweiht wurde. Neben der Kirche stand eine kleine Einsiedelei, in der bis zu zwei Eremiten lebten.
1794 rückten die Franzosen in Simmern ein. Die verwaiste Eremitage und die Kirche wurden 1796 geplündert und aufgegeben. Seit 1806 wurden Kirche und Einsiedlerhäuschen abgebrochen.
Bei Freilegungsarbeiten am Reizenborn kamen 1985 die Grundmauern der ehemaligen Gebäude wieder zu Tage und in den Jahren 1985 bis 1986 hat die Gemeinde Riesweiler mit Unterstützung des Landkreises, der Stadt Simmern und der Bundesanstalt für Arbeit den Platz der ehemaligen Eremitage am Reizenborn neu gestalten lassen um an dessen historische Bedeutung für die Region zu erinnern. Heute finden hier ab und zu wieder Gottesdienste unter freiem Himmel statt.

 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Hunsrück-Nahe Gebiet Aktionsraum von Räuberbanden

In diesen unruhigen Zeiten, die linksrheinischen Gebiete waren von Frankreich besetzt, gedieh im Hunsrück-Nahe-Gebiet ein blühendes Räuberwesen. Häufig tat sich der Sohn eines Abdeckers (Schinders), Johhannes Bückler, als charismatischer Anführer einer solchen Verbrecherbande hervor und erhielt dadurch einen zweifelhaften Bekanntheitsgrad. Das Leben des "Schinder-Hannes" spielte sich wohl häufig im Wald ab, regelmäßig wurden von ihm und seinen Bandenmitgliedern Unterschlupf in Mühlen, Burgruinen, Höhlen oder einsamen Köhlersiedlungen gesucht. Immer wieder benutzte er den damals lichten Soonwald als Rückzugsraum bis er im Februar 1799 verhaftet und im heute nach ihm benannten Schinderhannesturm in Simmern inhaftiert wurde. Nach sechsmonatiger Gefangenschaft konnte er fliehen und setzte seine kriminelle Laufbahn fort bis er Ende Mai 1802 erneut gefangengenommen und am 21.10.1803 in Mainz hingerichtet wurde.

 

Burgruine Koppenstein

Auf dem Sonnwaldrücken zwischen Gemünden und Henau findet man noch heute die Ruine der Burg Koppenstein. Der 16 m hohe Turm der Burg ist noch erhalten und dient als Aussichtsplattform.

Burg Koppenstein wurde erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt und 1325 von den Grafen von Sponheim ausgebaut und erweitert. Die Siedlung am Fuße der Burg erhielt 1330 sogar Stadtrechte. Spätestens im dreißigjährigen Krieg wurden Burg und Ort aufgegeben und verfielen.