Kommunikationsparcours an der Hohen Acht anlässlich der 4. Deutschen Waldtage vom 16. bis 18. September 2022 eingerichtet

 

Der Waldumbau zu klimastabilen Wäldern ist für die Waldbesitzenden eine große Herausforderung, die Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. „Umso wichtiger ist es, dass wir den Leuten erläutern, was die Förster draußen so machen und was dahintersteckt,“ fasst Forstamtsleiter Winand Schmitz die Motivation für den neuen Kommunikationsparcours an der Hohen Acht zusammen. Die von Besuchern stark frequentierte Wegeführung vom Parkplatz zum Turm ist sehr gut geeignet, die Botschaften einer modernen Forstwirtschaft zu transportieren. Die Revierleiterin Bärbel Hohl ergänzt: „Wir nutzen die Waldbilder, wie sie sich entlang des Weges darstellen, um über unser Handeln auf kompakten Info-Tafeln zu informieren.“

Ausgehend von der großen Bedeutung der Fichte für die Wiederbewaldungen im 19. Jahrhundert und nach den Kriegen und ihrer Beliebtheit als Bauholz wird der Einstieg ins Thema gesucht. Im klimastabilen Zukunftswald wird die Fichte - als Baumart des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders - nur noch als Mischbaumart eine Rolle spielen.

Forstamtsleiter Schmitz: „Der Buche kommt als Leitbaumart unserer natürlichen Waldgesellschaften im breit aufgestellten Zukunftswald eine bedeutende Rolle zu. Deshalb wird im sogenannten Voranbau bereits frühzeitig Buche in Nadelholzbestände eingebracht.“ Dabei wird die gut schattenertragende Buche in Klumpen (Gruppen) unter dem Altholzschirm gepflanzt. Dies sichert, dass das Laubholz in ausreichender Qualität und Verteilung in der nächsten Waldgeneration vertreten sein wird.

An der nächsten Ecke hat Bärbel Hohl Eichen zur Baumartenvielfalt gepflanzt: „Erklärtes Ziel ist auf Reinbestände zu verzichten, um in Einzel- und kleinflächiger Mischung mit wenigstens fünf Baumarten und davon drei Laubbaumarten zu arbeiten.“ Hier kommt der Eiche als wärmeliebendem, trockenresistentem Tiefwurzler eine große Bedeutung zu.

Vielfalt heißt auch, dass die Wälder mehrschichtiger und stufiger werden sollen. Verschiedene Altersstufen über- und nebeneinander ermöglichen eine hohe Reaktionsfähigkeit des Waldes auf Veränderungen und Katastrophen.

Dann führt der Parcours zu einem heiklen Thema, denn vielfältige Wälder erfordern angepasste Wildbestände. Beide Förster attestieren, dass Wald nicht nur für Bäume steht, sondern für einen komplexen Lebensraum, zu dem Wild untrennbar dazu gehört. Das Gleichgewicht muss aber gewahrt werden und hier kommt der Jagd im Sinne eines modernen Wildtiermangements eine wichtige Aufgabe zu. Nur bei angepassten Wildbeständen und begrenztem Wildverbiss wird der Waldumbau gelingen.

Selbstkritisch schauen die örtlich Verantwortlichen auf den Waldboden, der ein wichtiges Gut ist. „Er ist das Saatbeet auf dem unser Wälder gedeihen,“ stellt Bärbel Hohl fest, „und damit dies auch in Jahrhunderten noch so ist, wird bei der Bewirtschaftung unter anderem eine flächige Befahrung ausgeschlossen.“  Der Einsatz der Maschinen, ohne die es nun mal nicht mehr geht, erfolgt ausschließlich im Rahmen eines anspruchsvollen Erschließungskonzeptes auf sogenannten Gassen, damit die Bodenverdichtung minimiert wird.

Die natürlichen Waldgesellschaften werden bestimmt durch Wasser-, Nährstoff- und Wärmeversorgung der Standorte, also in erster Linie durch Niederschlag, Ausgangsgestein und Höhenlage. In der Eifel auf mäßig nährstoffversorgter Grauwacke bzw. Tonschiefer wäre dies großflächig der artenarme Hainsimsen-Buchenwald -benannt nach dem die Bodenvegetation prägenden Sauergras. Artenreicher werden die Buchenwaldgesellschaften auf den nährstoffreicheren Basaltkegeln, wie hier auf der Hohen Acht. Die Krautschicht wird üppiger und die Baumartenzusammensetzung mit Esche, Ahorn, Ulme und anderen Baumarten vielfältiger. An dieser Station hat der Waldbesucher dann auch den Gipfel der Hohen Acht erreicht. Und lässt man nun den Blick vom Turm über die Eifelhöhen schweifen, helfen die Informationen des Parcours unseren wunderschönen Eifelwald mit all seinen Dynamiken zu begreifen.