Fuchs im Garten?

In den letzten Jahren tauchen in zunehmendem Maße Füchse in den Ortschaften auf, suchen nach Nahrung und ziehen auch teilweise dort ihre Jungen groß. Der Tisch ist reich gedeckt und eine Gefahr durch Bejagung gibt es nicht. Das lernen Füchse schnell und lassen sich auch tagsüber ohne Scheu blicken. Zwar sind Füchse niedlich anzuschauen, jedoch sollte man auch die Risiken im Auge behalten und dieses Verhalten nicht fördern.

Füchse können unterschiedliche Krankheiten übertragen, z.B. sind Tollwut (auch wenn Deutschland seit 2008 als tollwutfrei gilt), Räude und Fuchsbandwurm zu nennen. Die Räude ist ein Befall mit Milben, die zu starkem Juckreiz und Haarverlust bis zum qualvollen Tod des befallenen Tieres führen können. Wenn Hunde oder Katzen die gleichen Stellen aufsuchen, an denen sich ein erkrankter Fuchs aufgehalten hat, können sie sich auch anstecken.

 
 

Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit des Fuchses, der für den Fuchs selbst nicht gefährlich ist. Der Fuchs scheidet aber mit seinem Kot unzählige, mikroskopisch kleine Bandwurmeier aus, die über die Nahrung von einem Zwischenwirt, in der Regel einer Maus, aufgenommen werden und im Körper der Maus ihre Entwicklung beginnen. Mit dem Blutstrom gelangen die Bandwurmlarven zur Leber und schädigen diese massiv, so dass die erkrankte Maus leicht von einem Fuchs erbeutet werden kann und die Bandwurmlarve wieder in den Darm des Fuchses gelangt, wo sie sich zum fertigen Bandwurm weiterentwickelt. Gelangen Bandwurmeier in den Verdauungstrakt des Menschen, z. B. wenn Eier an Obst oder Gemüse im Garten anhaften und mitgegessen werden, kann sich die Bandwurmlarve ebenfalls in der Leber festsetzen und dort schwerste Erkrankungen verursachen.

Um diese Risiken zu minimieren, sollte man den Füchsen den Aufenthalt im Garten nicht noch attraktiv gestalten. Dazu zählt unter anderem:

  • Mülltonnen beschweren und/oder befestigen
  • Grill nach dem Grillen reinigen
  • herabgefallenes Obst vom Boden entfernen
  • Hunde- und Katzenfutter nicht nach draußen stellen
  • Komposthaufen abdecken, keine Speisereste offen ablegen

Diese Maßnahmen helfen auch gegen Ratten und Waschbären: Letztere sind häufig Träger des auch für den Menschen gefährlichen Waschbärspulwurms und haben sich durch die Besetzung von Speichern und Schuppen in Städten wie Kassel und Leipzig schon einen negativen Ruf eingehandelt.