Wisente kommen derzeit in Deutschland nur in Gefangenschaft vor. © donaumoos-zweckverband.de / Michael Hafner

© donaumoos-zweckverband.de / Michael Hafner

© donaumos-zweckverband.de / Michael Hafner

 

Der Wisent ist die ursprüngliche Form des europäischen Wildrindes. Er gilt als größtes Landsäugetier Europas und konnte, nachdem er in freier Wildbahn ausgerottet war, nur durch Zucht erhalten werden. Versuche, ihn auszuwildern, sind aktuell im Gange. Einem Wisent sollte man stets mit der gebotenen Vorsicht begegnen, wenn man ihm in freier Wildbahn antrifft.

Aussehen

Ein hervorstehendes Merkmal des Wisents ist der kurze Rumpf. Auffällig ist auch die vom Widerrist (erhöhter Übergang vom Hals zum Rücken bei Vierbeinern) stark nach hinten abfallende Rückenlinie und die muskulöse Vorderpartie, welche in starkem Kontrast zum schmalen Hinterteil steht. Merkmale wie Gewicht und Größe sind je nach Art der Haltung (Gehege oder Auswilderung) unterschiedlich. In Zuchten lebende Wisente sind in der Regel größer und schwerer als ihre wildlebenden Artgenossen.
So wiegt ein gezüchteter weiblicher vierjähriger Wisent oft um die 400 Kilogramm, während die wildlebende Variante im gleichen Lebensabschnitt rund 80 Kilogramm leichter ist.
In allen Fällen ist der Kopf sehr niedrig angesetzt und im Verhältnis zum Körper klein.
Wisente werden bis zu drei Meter lang. Am Widerrist kann ein ausgewachsener Bulle bis zu 1,8 Meter Höhe messen.

Wisente haben, wie auch viele Hausrindrassen, Hörner. Beim Wisent liegen diese jedoch weiter auseinander.
Die Fellfarbe kann bei Wisenten von einem rötlich anmutenden Braun bis fast schwarzbraun variieren, meistens sind sie jedoch braun oder fahlbraun.

Verhalten

Der Tagesrhythmus des Wisents ähnelt dem anderer Wiederkäuer sehr stark. Es gibt Äsungs- und Ruhephasen. Während der Äsungsphasen nehmen sie Nahrung zu sich, während der Ruhephase käuen sie wieder. Das Verhältnis und der Zeitpunkt von Nahrungsaufnahme- und Ruhephasen ist abhängig von Jahreszeit, Wetter und Nahrungsbedingungen. Beispielsweise beträgt der Anteil der Äsungsphase im polnischen Nationalpark Białowieża während des Sommers 60 Prozent, im Winter jedoch gerade mal 30 Prozent.

Nahrung

Gefressen werden während der Vegetationszeit vor allem Gräser und krautige Pflanzen. Auch Laub und junge Triebe werden nicht verschmäht. Im Herbst stehen auch schon mal Eicheln oder Bucheckern auf dem Speiseplan und während des nahrungsarmen Winters wird sogar Rinde von Bäumen aufgenommen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Bullen sind meist nur zwischen dem sechsten und dem zwölften Lebensjahr fortpflanzungsfähig, da sie sich in jüngerem oder höherem Alter oft nicht gegen ihre Geschlechtsgenossen durchsetzen können. Sie sind während der Brunft deutlich aggressiver und vertreiben sogar kleine Vögel, welche in der Nähe nach Insekten suchen, obwohl diese eigentlich keine Gefahr darstellen. Ein Bulle, der sich gegen seine Konkurrenten durchsetzen konnte, deckt in der Regel bis zu sechs Kühe pro Jahr.

Durchschnittlich vergehen 264 Tage, bis die Kälber geboren werden. Vor der Geburt sondern sich die trächtigen Kühe ab. Die Geburt dauert meist zwei Stunden und die Kälber können in der Regel nach spätestens 30 Minuten stehen. Ab dem vierten Monat beginnt das Kalb dann mit der Umstellung von Muttermilch auf pflanzliche Nahrung. Ab diesem Zeitpunkt fängt es auch an, mit anderen Artgenossen außer der Mutter zu kommunizieren. Kurz darauf wechselt auch sein zuvor rotbraunes Haarkleid zur Fellfarbe der ausgewachsenen Tiere. Außerdem entsteht im Laufe des Jahres eine immer größere Unabhängigkeit zur Mutter.

Quellen